Bereits am 18. Januar leitete mir ein Bekannter eine E-Mail weiter, in dem interessierte und potentielle Neustadtbesucher gebeten wurden, einen Fragebogen auszufüllen, der der Werbegemeinschaft Dresden-Neustadt bei der Konzeption eines Werbekonzepts helfen sollte.
Den Fragebogen findet ihr hier fragebogen_email
Selber Marketeer und dazu Neustadtblogger bin ich natürlich sofort neugierig geworden! Der Fragebogen selbst wirkte auf den ersten Blick formell sehr gut gemacht, aber inhaltlich an einigen Stellen wie ein extrem eiliger und nicht immer zu Ende gedachter Schnellschuss (Frage 6 lautet “Wie oft sind Sie in der Neustadt” und gibt Auswahlmöglichkeiten zwischen “nie” und “ich wohne hier“, Frage 9 fragt dann, ob ich schon mal in der Neustadt war…..Weiter geht es dann mit dem wirklich schwierigen Teil des Fragebogens, bei dem Aussagen getroffen werden sollen, die man als zutreffend oder nicht zutreffend erachtet. Hier gibt es jede Menge Lob zu verteilen (tolle Kneipen, tolle Kultur usw.) aber eben auch Kritik. Und da fallen dann auch schon mal Sätze wie “Die Neustadt ist viel zu unsicher. Zu viele Punks und Dreck sind dort“, was natürlich die Gefahr beinhaltet, daß unseriöser Umgang der befragten Personen zu völlig verzerrtern Ergebissen führt, die keine sachlichen Abstufungen erlauben sondern brutal diffamierende Aussagen.
Da ich mir kaum vorstellen konnte, daß das im Interesse der Werbegemeinschaft liegt, war es mir ein Bedürfnis, nicht einfach über kleinere inhaltliche Schwächen herzufallen, sondern von einem der Verantwortlichen eine Stellungnahme zum Fragebogen zu erhalten.
Vielen Dank an Torsten Wiesender, daß er sich die Mühe gemacht hat und sorry, daß ich erst heute dazu komme, seine Antworten zu veröffentlichen:
Wer oder was ist die Neustadt? Diese Frage stand am gestrigen Abend im Herbert-Wehner-Bildunsgwerk zu Anfang der Ausführungen Andreas Wurffs, des scheidenden Leiters des Stadtplanungsamtes. So mancher mag sich schon für besonders weltoffen halten, weil er weiß, daß sich das Gebiet in eine Äußere und Innere Neustadt gliedert. Doch die Projekte, die Wurff unter dem Titel „Visionen“ rekapitulierte, machten unmißverständlich klar: die Neustadt, das betrifft nicht nur ein paar Inseln der Glückseligen. Neustadt ist auch Jägerpark, ist auch Hafen-City, und vieles mehr, was man gemeinhin nicht mitdenkt beim Bild, welches das Wort „Neustadt“ evoziert.
Doch der Reihe nach. Der Abend begann mit einem Kurzfilm von Manfred Lauffer, der die Neustadt anno 1989 festgehalten hatte. (Angesichts der maroden Häuser kam ich nicht umhin, mich über die Formulierung eines „totsanierten“ Stadtteils zu wundern: die nur noch von massiven Stützbalken notdürftig zusammengehaltenen Häuser mit ihren wie Bienenstöcke an den Fassaden klebenden Außenklos und scheunentorgroßen Löchern in den Dächern zeigten einen Stadtteil kurz vor dem Kollaps.) Unterlegt mit einem psychedelischen Soundtrack, wurden die Bilder bisweilen von zeitgenössischen O-Tönen Walter Ulbrichts und Erich Honeckers sowie stalinistisch-leninistischen Partei-Hymnen konterkariert. So weiß ich nun, daß „‚Heimkommen‘ im Sozialismus eben nicht bedeutet, daß man vorgewärmte Filzpantoffeln vorfindet!”
Insgesamt eine authentische Dokumentation, die ins Bewußtsein rief, welchen Weg die Neustadt in den letzten zwanzig Jahren zurückgelegt hat – und die darauf einstimmte, daß in den nächsten zehn Jahren kein Stillstand zu erwarten ist. weiterlesen…
Das Dresdner Café International ist eine Initiative von Scheune e.V., BürgerCourage e.V. und dem Ausländerrat Dresden e.V. - eine offene Initiative, in der sich Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen begegnen und gemeinsam aktiv werden.
Wir wollenden den lebendigen Austausch und das Zusammenwirken von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in Dresden fördern. Mit einer Mischung aus inhaltlicher Auseinandersetzung, informeller Kommunikation, kleineren Kunstprojekten und unterhaltsamen Kulturgenuss wollen wir Erlebnissräume schaffen und ein Zeichen gegen Vorurteile und Fremdenhass setzen.
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So, ich darf jetzt auch wieder bischen mitmachen hier. Sorry an alle, deren Mails noch unbeantwortet sind, aber im Umzugstrouble hab ich vergessen, die info-Adresse abzufragen. Ich versuche, so schnell wie möglich in den nächsten Tagen alle Infos, Anfragen etc. abzuarbeiten.
So einiges aus den Postfächern und dem Feedreader ist inzwischen Geschichte, nicht aber die Veranstaltung der Neustädter SPD heute abend ab 19 Uhr im Herbert-Wehner-Bildungswerk in der Kamenzer Straße 12.
„Neustadt 2020 - Visionen für einen Dresdner Stadtteil“, so der Titel einer Diskussionsrunde mit dem (Noch) Leiter des Stadtplanungsamtes Andreas Wurff, Axel Bergmann, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Dresdner Stadtrat und Sabine Friedel, Stadträtin und Landtagsabgeordnete der SPD.
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Apfel-Walnußkuchen im Café Continental
Ein Sonntagsgefühl am Freitagnachmittag führte mich ins Café Kontinental, das jetzt phosphorgrün leuchtet und fast erwarten läßt, daß hier nur noch Weizengrassaft serviert wird. Doch zum Glück gibt es immer noch Kaffee und Kuchen. Die bestellte Apfel-Walnußtorte wird von der freundlichen Küchenchefin nach dem 2-for-1-Prinzip kredenzt, „einfach so“, wie sie auf Nachfrage lächelnd meint. Abgeriebene Zitronenschale zwischen Mürbeteigboden und Apfel-Walnußmasse sorgt für ein geschmackliches Aha-Erlebnis. Ich bin gespannt, ob die anderen, hausgemachten Kuchen ebenso lecker sind.
Leider empfand ich die schwarzen Stühle auf Dauer als ziemlich unbequem, und auch die gipsgewordene Mangafigur in Denkerpose (Dr. Manhattan?) hatte ich lieber im Rücken als im Blick. Wohin ist der schöne, gelb-orange Fisch aus dem alten Kontinental geschwommen?