Home » Politik, Protest, Vereine

Der Bürger.Courage e.V.

von Jan-Thomas am 13 September 2010 2 Kommentare

Teil 12 unserer Reihe „Neustädter Vereinskultur stellt sich vor“.
Text: Bürger.Courage e.V.

Rechtsextremismus ist in Sachsen ein Problem, auch weil er von Teilen der Bevölkerung, der Medien und der Politik als Randphänomen kleingeredet oder ignoriert wird.
Das führt zu der absurden Situation, dass Menschen, die vor rechtsextremen Erscheinungsformen warnen oder über diese aufklären wollen, als „Nestbeschmutzer“ oder „Linksextreme“ wahrgenommen werden. Da das Gegenteil von Rechtsextremismus aber nicht Linksextremismus ist, sondern Demokratie, wirbt der Neustädter Verein Bürger.Courage mit seinen Aktionen für das, was eine wertegbundene Demokratie ausmacht: Achtung der Menschenrechte, Minderheitenschutz, das Prinzip der Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung aller Menschen, Toleranz gegenüber alternativen Denk- und Lebensweisen, Zivilcourage und ein selbstbewusstes Auftreten gegenüber den Feinden der Demokratie.

Bürger.Courage ist eine überparteiliche, ehrenamtliche Initiative gegen rechtsextremes Denken, die sich vor fünf Jahren in einem Hinterhof der Kamenzer Straße mit dem Ziel gegründet hat, die Bürgerinnen und Bürger sowie die lokale und regionale Politik, Medienlandschaft und Wirtschaft für Erscheinungsformen des Rechtsextremismus zu sensibilisieren, zur Zivilcourage zu ermuntern und für Demokratie zu mobilisieren.
Das versucht Bürger.Courage durch öffentlichkeitswirksame Kunst- und Kulturaktionen, die zwar immer klare Grundaussagen haben, aber Raum für Provokation, Satire und Interpretationen sowie auch Selbstreflexion lassen.

Manchmal regen solche Aktionen ein Stadtgespräch an. Auch wenn der Anlass dafür nicht immer erfreulich ist, wie im Falle des jüngsten Projekts von Bürger.Courage „18 Stiche“. Die Installation des Künstlers Johannes Köhler, bestehend aus 18 stilisierten Betonmessern, mahnte Alltagsrassismus in Dresden an. Deren teilweise Zerstörung löste nicht nur ein breites Medienecho von der Sächsischen Zeitung, über Al Jazeera
bis zur New York Times aus. Neben viel Unterstützung für das Projekt aus der Dresdner Bevölkerung, zeigte sich auch eine starke Verunsicherung der Öffentlichkeit im Umgang mit dem Problem des Alltagsrassismus. In nächster Zeit will Bürger.Courage an die entstandene Debatte anknüpfen und durch mehrere Projekte den Umgang mit Migration in Dresden thematisieren. Dazu ist unter anderem geplant, aktuelle Zustände für
Menschen mit Migrationshintergrund öffentlichkeitswirksam zu dokumentieren.

Informationen über Ziele, Arbeitsweise und aktuelle Projekte des Vereins, der sein Büro im Stadtteilhaus Neustadt hat, gibt es unter www.buerger-courage.de. Wer Interesse hat, bei Projekten mitzuwirken, eigene Ideen einbringen will, die Arbeit von Bürger.Courage auf andere Weise unterstützen oder einfach nur näher kennenlernen möchte, kann an info@buerger-courage.de schreiben.

Bürger.Courage e.V.
Prießnitzstraße 18
01099 Dresden

Ähnliche Artikel

2 Kommentare »

  • Klaus W. sagte:

    “Achtung der Menschenrechte, Minderheitenschutz, das Prinzip der Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung aller Menschen, Toleranz gegenüber alternativen Denk- und Lebensweisen, Zivilcourage und ein selbstbewusstes Auftreten gegenüber den Feinden der Demokratie.”
    – dem kann man uneingeschränkt zustimmen. Ich würde noch die Achtung der Gesetze und der Verfassung hinzufügen.

  • torsten sagte:

    … klar und jede Menge anderer, der Identitätsbildung dienender, Schlagwörter, die bei Bedarf runter gerasselt werden können;
    z.B. Offenheit, Respekt und Schnitzelität.

Kein Spam, keine Beleidigungen und bitte immer schön freundlich.

Du kannst folgende Tags benutzen:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>