Antifa und Anti-Antifa
Irgendwie bedrohlich, diese Plakate, sowohl hinsichtlich des nicht gerade defensiven Tenors, als auch der schieren Masse, mit der sie im Hechtviertel und dem Scheunenhofviertel derzeit auftauchen.
Auf der Suche nach genaueren Informationen stieß ich auch auf die Gegenseite. In einem einschlägig rechten Forum schrieb ein User:
Nach den jüngsten Vorkomnissen in Dresden plant nun die Antifaschistische Aktion Dresden und weitere Bündnisse ihre zweite Demo gegen “Naziterror“.
Nachdem der Kriminelle Antifamob schon am 26.8. durch Dresden-Trachau zog und junge Kameraden angriff,planen nun diese wieder am 18.9.2010 durch Dresden zu ziehen.Hiermit bitten wir euch,mobilisiert eure Nationalen Kräfte und kommt am 18.9.2010 nach Dresden!Dresden ist und bleibt unsere Stadt!
Antwort eines anderen Users:
Dazu müsste man aber sich einen Treffpunkt und aktions/störformen ausmachen , oder? Ich denke aber das wir leider zu wenige sein werden, um diese kriminelle veranstaltung aufzuhalten
Und der erste beruhigt ihn:
^^Wie gesagt,Treffpunkt und Uhrzeit wird noch bekannt gegeben, lohnen wird es sich eh nur für regionale Kräfte.
Augenmerk an diesem Tag sollten spontane und kreative Aktionen unsererseits sein.
Irgendwie kann man sich über so viel Spontaneität und Kreativität nicht so richtig freuen …



Schnarch. Sowas kündigen die Nazis jedesmal an.
Stimmt, und dann tauchen sie nie auf, so wie am 13. Februar.
Ich meinte ja eben nicht sowas wie den 13. Februar. Da haben die Nazis ja selber eine Demo angemeldet, natürlich tauchen sie dann auf.
Aber hier ist eine Antifa-Demo angemeldet, ohne dass es einen direkten Bezug zu einer Nazi-Veranstaltung gibt. Und da ist es in der Vergangenheit meist eher nicht zu großen Zwischenfällen durch Nazis gekommen.
Natürlich ist das nie auszuschließen und man sollte vorsichtig sein. Aber man sollte auch nicht übertrieben Angst haben (oder hysterisch reagieren – dann geht nämlich niemand mehr zur Demo). Bei den Nazis ist erfahrungsgemäß auch immer viel heiße Luft und Sprücheklopferei dabei.
Ach, die sprachliche Kompetenz der Sachwalter alles Deutschen hat mich schon zu hysterischem Lachen gereizt. Aber das ist sicher nur ein überzüchtetes jüdisches Gen, was bei mir rezessiv-dominant durchhaut.
“Irgendwie bedrohlich, diese Plakate” – Mmhh… und ich habe es für eine Einladung zum Meditieren gehalten.
@torsten: Meditieren bedeutet, über etwas nachzudenken. Und die Veranstalter wollen ein öffentliches Nachdenken über gewisse Zustände fördern. Insofern lagst Du gar nicht so falsch.
Aber mir ist schon klar, dass es genügend Leute gibt, die aus anderen Gründen demonstrieren gehen. Es ist sehr leicht, in der Masse sein Hirn auszuknipsen, egal wofür man sich angeblich einsetzt.
Ich bleibe dabei, in meiner subjektiven Wahrnehmung wirken die Plakate unterschwellig militant. Egal welch solidarische Botschaft dahinter stehen mag.
Militant bedeutet ursprünglich, als SoldatIn bzw. in einem Heer zu kämpfen. Daher überlege ich mir, ob man nicht einer selbstgebauten Tautologie aufsitzt, wenn man Militantes mit einer Masse ausgeknipster Hirne verbindet und ob man Lust hat, sich auf weiterführende Gedanken einzulassen, die auf dieser Spirale basieren.
Für mich stellen die Plakate mit ihrem Wahrheitsanspruch und Aufforderungscharakter eher einen pädagogischen Versuch dar, dem ich mich leicht und gerne entziehen kann.
Natürlich kann man die Plakate ignorieren. Andererseits gehe ich mit offenen Augen durchs Viertel und mache mir eben so meine subjektiven Gedanken. Und diese Plakate waren schwer auszublenden, schon mengenmäßig.
Deine Gedanken zur Tautologie sind scharfsinnig formuliert, ich bin aber nicht sicher, ob ich zum Freitagabend intellektuell mithalten kann.
Eigene Gedanken, offene Augen, sag ich “ja” zu.
Ich meinte auch nicht ignorieren oder “rosa Brille”, sondern: warum soll ich mir die Brille von den VerfasserInnen vorschreiben lassen, ich bastel mir meine eigene.
Erachte diesen Blopost als meine Brille. :)
ach so sieht das aus ;)
Sprache kann nie militant sein, Taten schon eher.
@Antifa: Nonsens. Sprache kann alles sein. Man kann sogar (mit Heidegger) so weit gehen zu sagen, dass die Welt ohne Sprache gar nicht ist. Wenn ein Gedicht Liebe beschwören kann, so kann eine Rede Gewalt transportieren. Wenn ich mir die Kommunikationen der RAF-Mitglieder ansehe, bluten mir angesichts der Militanz des Jargons die Ohren.
Naja, mittels Sprache können, äh … vergessen, was ich sagen wollte …
Passt ja dann: http://banq.de/mitreden.php?id=101650
Aha? Inwiefern? Ich kann da keinen Zusammenhang sehen, aber wenn Du meinst …
rosa brille absetzen?
Plakate sind also bedrohlich … und Brandanschläge auf Häuser mit Kindern ???
Wer sich von Antifa-Plakaten bedroht fühlt und von Nazis nicht … na ja ich sag mal nix dazu.
Infos und Artikel gibt`s übrigens genug bei Indy, musst nicht den Nationalen Widerstand befragen was die Antifa will. Einfach mal den Aufruf durchlesen hilft.
http://angriffaufunsalle.blogsport.de/news/
@Lingsphlegmatiker: Auf einen Kommentar dieser Preisklasse habe ich schon gewartet. Wer zwischen den Zeilen lesen kann, ist klar im Vorteil.
Es ist unnötig, sich bei Indymedia zu informieren, wenn die Antifa eine eigene Website zu ihrer Demo bereithält, die ich gut sichtbar verlinkt hatte. Indymedia weiß nicht mehr als die Veranstalter selbst, oder?
Das Zitat des Nationalen Widerstands wurde von mir kritisch und ironisch kommentiert – muss Dir wohl vor lauer Missionierungseifer entgangen sein.
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