Die SZ zum Ausbau der Königsbrücker
von Muyserin am 7 September 2010
6 Kommentare
Die Neustadt mag, von der Altstadt aus gesehen, in weiter Ferne liegen. Umso erstaunlicher, mit welch seltener Deutlichkeit sich die Sächsische Zeitung am Dienstag eines Neustädter Dauerbrenners annahm. Die Meinungsmacher-Kolumne „Auf ein Wort“ endet mit einer unzweideutigen Aufforderung:
Die Straße muss endlich in der Lösung mit zwei überbreiten Fahrspuren saniert werden.
(Quelle: Denni Klein, „Stadt und Land verschwenden Geld.“ Sächsische Zeitung, 07.09.2010.


Ich glaube, für die SZ liegt die Neustadt auch in weiter Ferne. Aber Verkehrsthemen kommen beim Publikum immer gut an, also wurde mal wieder die Königsbrücker hervorgekramt. Leider gab es gestern keine neuen Informationen. Denn im zugehörigen Artikel, leider nur im Blatt oder im Bezahl-Online-Bereich zu lesen, verweist der Autor auf eine Anfrage der Grünen an die OB. Die Antwort darauf gab es bereits am 21. Mai. Demzufolge standen gestern auch keinerlei neue Informationen im Blatt.
Dafür schiebt die SZ heute noch einmal nach und berichtet, dass die Königsbrücker Straße derzeit vierspurig ausgebaut werden soll. Sie zitiert dafür Verkehrsminister Sven Morlok.
Außeracht lässt das Blatt in dem heutigen Artikel, dass vor Bekanntwerden der Verkehrsprognose bis 2025 keine Entscheidung fallen wird. Grünen-Landtagsabgeordneter Johannes Lichdi mutmaßte mir gegenüber gestern, dass die Verkehrsprognose gegen den 4-spurigen Ausbau sprechen wird, sonst wäre sie schon veröffentlich.
Witziges Detail am Rande. Der FDP-Kreisvorsitzende Johannes Lohmeyer twitterte gestern vormittag: “Neueste Sparmaßnahmen bei der SZ: Kommentare im Lokalteil schreibt direkt die Grünen-Pressestelle”.
So, wie ich es begreife, ist die Kolumne „Auf ein Wort“ auch nicht für die Bekanntgabe neuer Informationen gedacht, sondern dezidiert für redaktionelle Positionen, für Kommentare im Klartext.
Was mit dem “zugehörigen Artikel” gemeint sein soll, habe ich nicht so genau verstanden. Ohne genauere Angaben, wie z. B. wenigstens eine Überschrift, ist das schwer nachzuvollziehen.
Lohmy versteht es vorzüglich, die Printmedien zur Kundgabe seiner Meinungen zu nutzen (ich erinnere an seine philantropischen Ausführungen in der DNN, als es heiß, aus der Boofe werde ein Obdachlosenheim), die natürlich frei von parteipolitischen Erwägungen waren, nicht wahr? Manche Leute ertragen es anscheinend schlecht, nicht selbst im Rampenlicht zu stehen.
Übrigens: die Pingbackfunktion auf dem Neustadtticker ist scheinbar defekt.
@ Muyserin: Der tägliche Kommentar “Auf ein Wort” bezieht sich in der Regel auf einen aktuellen Bericht im Blatt. In diesem Fall hieß der Artikel “Streit um Königsbrücker wird immer teurer” und ist leider nicht frei online verfügbar.
Die Pingback-Funktion habe ich wegen einer Ping-Back-Schwemme von Spam-Blogs deaktiviert.
Nichtsdestotrozt ist der Kommentar von Denni natürlich begrüßenswert.
@ Anton Launer: Als u.a. SZ-Leserin bin ich über den Bezug zwischen tagesaktuellen Meldungen und Kommentar im Bilde. Ich gehe aber nicht davon aus, dass das auch auf sämtliche LeserInnen von Die Neustadt zutrifft, daher bat ich um eine Konkretisierung. Dennoch entschied ich mich bewußt dafür, mit meinem Artikel auf die Meinung zu verweisen, weil es m. E. nicht oft geschieht, dass die SZ in Neustadt-Fragen so eindeutig Stellung bezieht. Das war für mich in diesem Fall die Meldung, und nicht, was der aktuelle, 397. (Nicht-)Beschluss in Sachen Königsbrücker ist, der angesichts der Rathauspolitik eh in Kürze wieder obsolet sein dürfte.
Und ja, ich denke auch, Herr Klein hat recht! :)
@ Muyserin: Völlig richtig in allen Punkten. Mir war es nur einen Kommentar wert, darauf hinzuweisen, dass die SZ nix Neues zum Thema zu berichten hatte.
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