Der Abenteuerspielplatz Panama
Teil 11 unserer Reihe „Neustädter Vereinskultur stellt sich vor“.
Text: Ronny Taube
Eine „Grüne Oase” inmitten der Dresdner Neustadt – so beschreiben viele Besucher den Abenteuerspielplatz (ASP) Panama.
Hinter einem großen Holztor sind die Ziegen, ein Teich, daneben ein Schiff und der Longierzirkel für die Pferdearbeit zu sehen. Die vier Kleinpferde stehen im Auslauf.
Die Schafe blöken laut in der Hoffnung auf Futter. Kinder spielen zwischen den Holz-Tipis Fangen. Im „Saloon” gibt es Werkzeuge für den Budenbau und über dem Stall heizt der Kaminofen gut ein. In der Freizeitwerkstatt wird gebaut, gebastelt, gespielt und gekocht.
Ein Blumen- und Gemüsegarten, einige Bäume und verschiedene Lehm- und Holzbauten fügen sich gut aneinander.
Hierher kommen täglich ca. 20 bis 35 Kinder und Jugendliche sowie viele Erwachsene mit kleinen Kindern oder neugierige Neustadt-Besucher. Die Stammkinder sind fast täglich hier und nehmen den „Raum” für sich in Anspruch: Folgen ihren Ideen und Wünschen, probieren sich mit Materialen aus, treffen sich hier mit Freunden oder Toben die Unmut des Tages heraus.
Lebenszusammenhänge werden deutlich: Hasen werden geboren und sterben, ein Huhn gackert lange, bevor es ein Ei legt und pickt vorher allerlei dafür auf. Im Umgang mit Tieren, beim Budenbau, Spielen, Klettern oder am Lagerfeuer lernen Kinder sich selbst und ihre Fähigkeiten und Grenzen kennen. Die Sozialpädagogen sind Ansprechpartner und geben – wenn notwendig – Unterstützung.
Abenteuerspielplätze und Jugendfarmen gehören in fünf Stadtteilen Dresdens seit Anfang der neunziger Jahre zum Alltag der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Damit folgt die Stadt der Aufforderung des X. Jugendberichtes des Bundes:
Kinder können in ihrer Lebenswelt kaum noch Erfahrung mit intakter Umwelt und Natur machen. Abenteuerspielplätze stellen dieser Tatsache einen künstlich geschaffenen „natürlichen” Raum entgegen. Hier können Kinder ursprüngliche Erfahrungen mit Wasser, Erde, Feuer, Pflanzen und Tieren machen. Sie erfahren Wertschätzung durch andere Kinder, aber auch durch Erwachsene und entdecken eigenes Können. Damit entsprechen Abenteuerspielplätze in vieler Hinsicht kindlichen Bedürfnissen.
In der Stellungnahme der Bundesregierung zum Zehnten Kinder- und Jugendbericht ist zu lesen: „Die Bundesregierung sieht jedoch als wünschenswert an, die Kinderbezogenen Angebote wie unter anderem abenteuer-, Bau- und Aktivspielplätze … flächendeckend zu verstärken.” (Zehnter Kinder- und Jugendbericht 1998, Seite IX)
Die Geschichte
Der Name „Panama” steht in Anlehnung an die Geschichte von Janosch: „Oh wie schön ist Panama.”. Ein Tiger und ein Bär zogen unzufrieden weg, um einen schöneren Ort zu suchen. Sie waren lange, sehr lange unterwegs und kamen schließlich an einen Ort, wo ihnen alles gefiel. Erst später erkannten sie, dass sie – durch die Reise selbst verändert – wieder zu Hause angekommen waren.
Im Sommer 1992 wurde durch die Initiative des Jugendamtes „Spielen in der Stadt” auf dem ehemaligen Schulgarten der 15. Grund- und Mittelschule von einem Mitarbeiter ein Bauwagen für die Kinder aufgestellt. Ein Hund gesellte sich dazu, dann ein Pferd, später ein zweites, ein drittes und auch einige andere Tiere.
Der Gründer des Panama, Jens Kalanke, lebte lange Zeit selbst an dem Ort und ließ die Kinder an seinem Leben teilhaben.
Mit den baulichen Veränderungen seit 1999 gab es personelle & konzeptionelle Veränderungen. Bis zum Jahr 2000 wurde der Pferdestall gebaut und das Freigelände gestaltet. Im Dezember 2005 konnte die ehemalige Turnhalle als Freizeitwerkstatt eröffnet werden.
Durch die umfangreichen Baumaßnahmen mit Städtebaufördermitteln konnten die Spielmöglichkeiten und Angebote für Kinder und Jugendliche besonders im handwerklichen Bereich erweitert werden. Einige „Stammkinder” der ersten Jahre nutzen das Panama bis heute – nur ihre Rolle veränderte sich: waren sie anfangs die „Kleinen”, so sind sie heute die „Großen”, also die Ehrenamtlichen, von denen die neuen „Kleinen” lernen.
Aktuelle Situation
Seit Juli 2010 ist samstags das Tor nur noch zu den Fütterungszeiten früh und abends geöffnet. Die Öffnungszeiten für die Offene Arbeit und für Besucher mussten eingeschränkt werden, weil auch wir von den Kürzungen der Landesmittel für die Jugendhilfe betroffen sind. Mit weniger finanzieller Förderung, also auch weniger Personalkostenförderung, müssen unsere Angebote leider einschränkt werden.
Auch wenn wir sehr gern nach dem Motto arbeiten „weniger ist mehr“ und auch sehr viel auf ehrenamtliches Engagement bauen können, sind doch unsere Reserven irgendwann aufgebraucht.
Im August 2010 geben wir den Förderantrag beim Jugendamt der Stadt Dresden für das Jahr 2011 ab. Wenn dieser Antrag ausreichend befürwortet wird und ein Bescheid vor Januar 2011 vorliegen wird, laden wir die Kinder und Besucher gern wieder Samstags ein mit uns zu spielen, toben, klettern oder mit den Tieren zu arbeiten! Drücken sie uns die Daumen und setzen sie sich für den Erhalt der Sozial- und Jugendhilfe in Sachsen ein!
Die Zukunft
Seit dem 01.07.2008 ist der Abenteuerspielplatz Panama ein Projekt des Vereins Treberhilfe Dresden e.V. Damit ergeben sich viele Neuerungen – für die Stamm-Kids bleibt aber alles, wie es ist: der ASP Panama als ein Ort zum toben, laut sein, Stille genießen, träumen, Spaß haben, nachdenken, …
Was ist „das Panama“ für Dich? Finde es heraus…
ASP PANAMA – der Abenteuerspielplatz der Treberhilfe Dresden e.V.
Seifhennersdorfer Str. 2, 01099 Dresden
Telefon: 0351 / 80 38 748
Fax: 0351 / 81 05 262
Email: ASP_Panama [ät] web.de
Internet: www.asp-panama.de


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