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Wie man es sich an der Albertbrücke gemütlich macht und ein wenig Geschichte

von SalvadorDD am 20 August 2010 2 Kommentare

Wie man es sich im Pavillon an der Albertbrücke so richtig gemütlich macht?

Na so wie die Damen und Herren, die mich heute am späten Vormittag durch optische und olfaktorische Reize (gedeckte Tische, glühende Grillkohle) magisch anzogen

Übrigens gehört der Pavillon an der Freitreppe der Albertbrücke (Neustädter Elbseite) zu den Ergebnissen des “großen Stadtumbaus” ab Oktober 1933. NSDAP-Bürgermeister Ernst Zörner lies damals im Zuge einer groß angelegten Arbeitsbeschaffungsmaßnahme das Neustädter Königsufer komplett neu gestalten. Die Pläne dazu reichten zwar offenbar bis in die Zeit des Stadtbaudirektors Hans Erlwein von 1910- 12 zurück, wurden aber – wie sollte es anders sein – stark politisiert. Wie am Areal, was heute im Volksmund eigentlich nur noch Filmnächte-Areal heißt, deutlich wird.

Ein ganz klarer inszenierter städtebaulicher Höhepunkt bildete das sogenannte “Forum für nationale Kundgebungen”, ein thingstättenartiges Freilufttheater unterhalb des Finanzministeriums – errichtet 1936 anläßlich der Olympischen Spiele. Die NS-Architekten inszenierten den Aufmarschplatz direkt gegenüber der kulissenartig beleuchteten Dresdner Altstadt.

heißt es im entsprechenden Abschnitt auf das-neue-dresden.de

Mit den 1930 begonnenen konkreten Planungen verzichtete das Hochbauamt übrigens auf die mögliche Führung einer Uferschnellstraße (wie zum Beispiel in Budapest). Die Nazis als Wegbereiter des Weltkulturerbes? Irgendwie ja kein so richtig schöner Gedanke, oder?

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2 Kommentare »

  • Muyserin sagte:

    Wenn die Planungen 1930 begannen, liegen ihre geistigen Wurzeln ja noch nicht unbedingt in der NSDAP-Herrschaft. Die Nazis hatten das unverschämte Glück, dass die Vorjahre ihrer Herrschaft architektonisch und städetbaulich einfach verdammt visionär und modern waren (Stichwort Bauhaus). Und obwohl man die Moderne allerorten verfemte, bedienten sich die Nazis ihrer natürlich weiter.

  • fundango sagte:

    das erinnert mich spontan an das große original-hakenkreuz im durchgang daneben, das bis vor gar nicht so vielen wochen noch deutlich sichtbar war. heute – wie das mosaik am kulturpalast – notdürftig bzw. unwillig zugehängt. als wenn man es demnächst wieder brauchen könnte …

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