Podiumsdiskussion: BRN – wie weiter? Spaltung – Ende – Zukunft
Am Mittwoch, den 16. Juni, 18:30 Uhr findet in der Scheune eine Podiumsdiskussion zum Thema BRN statt. Wir finden: nach 20 Jahren wird es Zeit für Reflexionen.
Dass die BRN in den letzten Jahren an Charme und Zauber eingebüßt hat, ist nicht zu verleugnen. Das Stadtteilfest richtet sich offensichtlich immer weniger an die Bewohner der Äußeren Neustadt und immer mehr an Besucher aus dem Umland. Trotzdem, oder gerade deswegen hat die BRN im letzten Jahr einen Besucherrückgang von 20% hinnehmen müssen und gerade die Neustädter selber flüchten zu Hauf. Da muss man sich doch Gedanken machen, oder etwa nicht?
Daher ist es unumgänglich die Neustädter zu Wort kommen zu lassen und zwar in einer Podiumsdiskussion zum Thema „BRN – wie weiter?“, die das Stadtteilfest aus unterschiedlichen Perspektiven reflektiert.
Vielleicht ergibt sich im Laufe der Diskussionen ein neues Gemeinschaftsgefühl, vielleicht kommen die Nachbarschaften wieder zusammen, vielleicht gibt es konzeptionelle Perspektiven, vielleicht aber auch nicht, vielleicht muss man mal eine Pause machen, um aus dem Trott zu kommen und die Frage zu beantworten: Was soll das Ziel der Bunten Republik Neustadt sein? Denn die BRN braucht weiterhin Ideen für die Zukunft, wenn sie nicht in ein paar Jahren in einem rein gastronomisch orientiertes Großereignis aufgegangen sein will.
Von der BRN der Anfangszeit geblieben ist vor allem eine bunte Fassade. Die Neustadt ist mittlerweile so gut wie durchsaniert, es gibt eine gesunde Struktur an wirtschaftlichen Unternehmungen und viele junge Leute und vor allem jede Menge Familien leben hier. Das Fest hat dabei stark zur Identität des Stadtteils beigetragen. Was kommt nach der Pionierphase der Stadtteilentwicklung? Und vor allem, wie lässt sich noch debattieren, wenn sich doch als das letzte wirklich Besondere der BRN der Individualismus der vielen Einzelanmelder erhalten hat?
Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion sind:
- Friederike Beier, Anwohnerin im Wohnprojekt Amselhof auf der Böhmischen Strasse
- Ulla Wacker vom Stadtteilhaus Dresden Äußere Neustadt e.V.
- Stefan Schulz, Gastronom
- Mirko Sennewald vom Kultur Aktiv e.V.
- Julius D. Skowronek vom Projekttheater
- Melanie Gäbel, aufgewachsen auf der Alaunstrasse, Filmemacherin
- Magnus Hecht vom Scheune e.V.
Moderiert wird der Abend durch Torsten Preuß.
Der Eintritt ist frei, Wortmeldungen und Zukunftsvisionen sind ausdrücklich erwünscht.

klingt zumindest schonmal sehr interessant..
Auch wenn für mich als jemanden erst “kürzlich” zugezogenen, der erst 3 BRN-Instanzen erlebt hat, das Ganze noch nicht wirklich an Charme verloren hat.
Es ist imho doch noch immer eines der ganz wenigen Ereignisse pro Jahr auf die man sich schon lange vorher freut.
Und weil wir das alles unmöglich während einer Podiumsdiskussion auf den Punkt bringen könnten lädt die scheune am Sonnabend nach der BRN, also am 26.06. ab 12:00 Uhr zu einem Workshopnachmittag zur BRN in die scheune. Da sind alle Interessierten ebenfalls aufgerufen, zu beraten, was getan werden kann, um unsere Mikrorepublik lebendig zu erhalten. Es sind Ideen zum Inhalt und zum Verfahren gefragt. Wie machen wir weiter?
[...] um die Optik der BRN-Kritisierer soll es hier eigentlich nicht gehen. Der Scheune e.V. ruft in der Neustadt-Wandzeitung auf zu einer Podiumsdiskussion zu kommen und zwar morgen um 18.30 Uhr, Motto: “BRN – [...]
Meine Freundin und ich leben seit 4 Jahren in Dresden, genauer gesagt in der Neustadt und flüchten seit 2 Jahren zur BRN aus unserem Heim. Wir wohnen auf der Louisenstraße, also mittendrin und empfinden die BRN nur als Geldverdienmaschine für die ansässigen Gastronomen sowie als Magnet für die Hartz4-Fraktion aus Umland und Plattenbauvierteln. Ok, die sind natürlich auch sonst gern abends im achso hippen Viertel, aber eben nicht so massenhaft.
Die Idee eines kreativen und inspirierten Stadtteilfestes für die Bewohner konnten wir nur noch an wenigen Punkten entdecken. Der Sonntag am Martin-Luther-Platz war ganz schön.
Für uns gilt; BRN? Früher sicher sehr schön, heute nur noch Kommerz und Sauftourismus.
Hallo Steffen,
“Hartz4-Fraktion aus Umland und Plattenbauvierteln…”
Bei allem Verständnis für Skepsis gegenüber Kommerzialisierung und Prolls (was Du wohl meintest(?)), weiß ich nicht, was das mit Hartz IV zu tun haben soll. Ich kenne einige Hartz IV-ler nicht aus der Neustadt, die das genau so sehen wie Du.
Also erst denken, dann schreiben und nichts für ungut.
Grüßle, Faisal
Um die Zeit… esse ich mit meinen Kindern Abendbrot. Sollen ja schliesslich keine unkulturellen Hartz4-Empfänger werden, die im Umland und Plattenbauvierteln wohnen (müssen).
PS Antwort: Nach der Pionierphase kommt die feierliche Aufnahme in die FDJ. Ab jetzt darf man Freundschaft sagen. Aber einige werden das nie merken, die bleiben lebenslang immer bereit, andere in Schubladen zu schmeissen und nie wieder hineinzusehen.
Steffen, ich fühle mit Dir. Schon schlimm, wenn man nur wegen der billigen Wohnungen in der Neustadt leben muss.
Der Mitschnitt ist nachhörbar:
http://coloradio.org/site/download/10-06-16_20_Jahre_BRN.mp3
110 MB, 1:56:29 Stunden
[...] Kommentare gern mal „untergehen“ oder überlesen werden sei (auch der Vollständigkeit halber) [...]
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