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Bonjour Tristesse III – Bau auf, Bau ab

von Scheune e.V. am 15 März 2010 194-mal angesehen 3 Kommentare

Die dritte Ausgabe der von Ohne Uns! präsentierten Bonjour Tristesse – Neustadtfilme findet am Freitag, den 19.3.2010, 20 Uhr in der Scheune statt. Gezeigt werden diesmal:

- Meister Konrad (1980er Jahre, gefunden und reanimiert von Tilo Schiemenz)
- Body Building (1988, Regie und Schnitt: Wolfgang Scholz)
- Schnapphahn und Kallaputschni – Abgesang auf die alte Dresdner Neustadt (1995, Regie: Tilo Schiemenz)

Um den Abendkassenandrang ein wenig zu regulieren, versuchen wir es diesmal mit einem Vorverkaufskontingent bei Saxticket. Im Ticketpreis inklusive ist die 80er-Jahre-Party mit dem Motto: “Wir tanzen eine neue Stadt!” im Anschluss an den Filmabend. Wer sich am Freitag nicht mehr bewegen will, kann der Aufforderung “TANZT!” gern auch am Samstag, den 20.3. neustadtgerecht zur viehschsten Viertelfatsche mit DJ Cptn. Roller Coaster (Partyhits en masse!) und Mr. Sense (Blazin Hip Hop, Funk & Soul Classics in der Lounge) nachkommen.

Am 7. April um 20 Uhr wird es die vorerst letzte Gelegenheit geben, den ursprünglichen Bonjour Tristesse-Abend zu sehen.

3 Kommentare »

  • Martin Busche sagte:

    Sorry, vielleicht bin ich ja ein alter Quertreiber und weiß nicht, was gut ist. Aber Bonjour Tristesse IV hat seinem Namen am 7.4. leider alle Ehre gemacht.

    Mehr als zwei Stunden wurde dem Publikum im diesmal “nur” gut gefüllten Saal in der Scheune allerlei Neustadtfilme gezeigt und dazu noch eine Lesung eines mir bislang unbekannten Journalisten Torsten Preuß, der ein paar Schnurren aus seinem Buch “Verliebt, verlobt, verheiratet” zum Besten geben durfte.

    Ziemlich viel für einen Abend und tatsächlich wäre weniger mehr gewesen, denn nicht nur die Filme hatten doch zum Teil arge Längen. Der Auftritt von Torsten Preuß war gelinde gesagt, anstrengend. Nicht nur weil sein Buch ja irgendwie ein Buch ist, kein Film und deshalb in so ein Programm irgendwie nicht passt. Preuß ist auch ein unangenehm eitler Zeitgenosse, dessen ein offensichtlicher Erfolg als Journalist irgendwie nicht gut getan hat. So hat es tatsächlich gewagt, seinen Band “die Blechtrommel” des Ostens” zu bezeichnen. Er glaubt tatsächlich, den Wenderoman an sich geschrieben zu haben. Sorry, aber das nervt und ist völlig überflüssig an so einem Abend.

    Auch den Filmen hätte es gut getan, wenn man sie in gekürzter Fassung gezeigt hätte, denn nicht alle konnte den Spannungsbogen halten. Nur die Neustadt als Thema hat leider nicht ausgereicht, um den Abend tatsächlich auch zu einem cineastischen Erlebnis werden zu lassen. Dafür war die Qualität der Filme häufig nicht gut genug.

    Beispielhaft sei hierfür der Dokumentarfilm “Tigerlilli” von Tilo Schimenz genannt, ein Porträt über eine einsame Frau aus dem Hechtviertel aus dem Jahre 1993. Er ist einfach nicht gut genug, um ihn fast 20 Jahre später nochmal komplett sehen zu müssen. Auch wenn Schimenz mit seinem Fim mehr einen künstlerischen Anspruch als einen journalistischen hatte. Ein kurzer Ausschnitt hätte auch gereicht, denn als TV-Journalist habe ich doch die ein oder andere Schwäche gesehen, die dessen Gesamtnote doch etwas eintrübt.
    Ganz zweifelhaft ist ein kurzer Film von Wolfgang Scholz über einen Jungen dessen Eltern kurz vor der Abreise steht. Hätte interessant sein können, wenn der Junge tatsächlich aus der Neustadt gekommen wäre. Kam er aber nicht, hätte nur sein können, hieß es vom Moderator des Abend. Etwas wenig, um ihn in diesem Rahmen zu zeigen, finde ich.
    Denn im Laufe des Abends hatte sich auch der Aha-Effekt, so sah die Sebnitzer also früher aus, auch erschöpft und so großartig waren die Wendeanekdoten der anwesenden Filmemacher auch nicht.

    Natürlich hatte der Abend auch Stärken, “Kohlenlothar”, ebenfalls von Wolfgang Scholz hatte die richtige Länge für eine Doku und hielt was der Film versprach, nämlich das Porträt eines Neustädter Kohlenlieferanten der aus der Zeit gefallen war. Auch manche Info über das Viertel war für den ein oder anderen vielleicht neu und die Idee einen solchen Filmeabend zu machen, ist auf jeden Fall großartig.
    Doch warum die halbe Neustadt dafür ins Scheune-Kino rennt und das ganze insgesamt vier Mal gezeigt werden muss, erschließt sich mir nicht. Aber vielleicht liegt es ja an mir, kann ja sein.

  • Neustadtfilmfragmente im Ostpol sagte:

    [...] Erst kürzlich liefen alte Neustadt-Filme mit ziemlichen Erfolg in der Scheune, die jedoch nicht jeden begeisterten. [...]

  • Torsten Preuß sagte:

    Naja, bei so viel schönen Worten zu dem Abend im Allgemeinen und zu meinem Auftritt im Speziellen, habe ich gleich das Bedürfnis bekommen, ein paar Worte zu schreiben. “Wer die Öffentlichkeit sucht, muss sie auch aushalten”, das weiß jeder, der sich auf diesen Weg begibt. Auch, dass er dabei manchmal auf Zeitgenossen trifft, die denken wie Martin Busche. Keine zehn Minuten lang alten Neustadterlebnissen zu zuhören, die eigentlich alle im Saal begeistert haben, hat dich also angestrengt. Dabei war es doch eher lustig, und danach haben mir eigentlich alle bestätigt, dass ich es ganz gut gemacht habe. Ich bin ja kein Bühnenprofi, da ich als Journalist meistens nur im Hintergrund gearbeitet habe. Das mir das zu Kopf gestiegen ist, naja, auch das überlasse ich mal dem Urteil jedes einzelnen Besuchers der dabei war. Aber auch da muss ich sagen, dass zu meiner Erleichterung danach das Wort “sympathisch” am meisten fiel. Martin Busche scheine ich damit aber nicht überzeugt zu haben, er findet mich “eitel” und etwas abgehoben, weil ich das Buch als “Blechtrommel des Ostens” vorgestellt habe. Ohweija!!!! Das darf der doch gar nicht!!! Erst wenn der “Führer”, also von FAZ bis TAZ, von Spiegel bis Stern, sowas sagt oder schreibt, dann, aber bis dahin? Das ist typisch deutsch, Herr Busche und ziemlich kleinkariert. Zumal Sie das Buch noch nicht mal gelesen haben. Und vielleicht würden Sie mir bei der allgemeinen politischen Lage zustimmen, dass es mehr als an der Zeit ist, dass auch der Osten seine Blechtrommel hat. Damit in diesem Land nie mehr jemand fragt, ob eine Diktatur Recht oder Unrecht ist. Nach „VVV?“ jedenfalls wird das niemand mehr in Frage stellen. Auch deshalb habe ich es geschrieben und auch deshalb wird es die “Blechtrommel des Ostens” genannt. Nicht von mir, sondern zuerst von den Lesern. Vielleicht gehören Sie ja irgendwann dazu, danach bin ich noch eher bereit für Kritik. In diesem Sinne, Danke an alle, die da waren, die geklatscht haben und danach sogar gekauft haben. Und wer jetzt neugierig geworden ist, einfach mal auf http://www.toponlineverlag.com gehen. Viel Spass, Torsten Preuß

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