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Zur Diskussion: Braucht Dresden ein Literaturhaus?

von livelyriX e.V. am 4 März 2010 5 Kommentare

Am letzten Freitag fand im Societätstheater, öffentlich, aber doch im kleinen Kreis, eine Diskussion zur Lage der Literatur in Dresden statt. Anlass war die Vorstellung einer Studie zur Literaturvermittlung in den fünf neuen Bundesländern zu Beginn des 21. Jahrhunderts, die vom Netzwerk der Literaturhäuser in Auftrag gegeben worden war. Die Autoren der Studie sind Prof. Stephan Porombka und Kai Splittgerber von der für ihren Studiengang Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus bekannten Uni Hildesheim. Einige Thesen ihres Vortrags:

  • Die Literatur habe – verglichen mit anderen Sparten wie Theater, Musik und bildende Kunst – für die öffentliche Kulturförderung traditionell nur marginale Bedeutung. Ihr Anteil an den Kulturbudgets liege im Promillebereich. Dies gelte für Ost- wie für Westdeutschland.
  • Da der Osten aber kaum über eine Verlags-, Sponsoren- oder Mäzenatenkultur verfüge, wirke sich diese chronische Unterfinanzierung in den neuen Bundesländern stärker aus.
  • Angesichts rückläufiger oder bestenfalls stagnierender finanzieller Ausstattung herrsche in den – an sich durchaus vielfältigen – Institutionen der Literaturvermittlung trotz aller individuellen Anstrengungen generell eine Mentalität der Besitzstandswahrung. Dies führt nach Ansicht der Autoren oft auch zu einer inhaltlichen und formalen Stagnation. Neue Projekte würden von den alt eingessenen Institutionen meist mit Argwohn betrachtet und zumeist nur als Konkurrenten um Geld und Zuschauer wahrgenommen.

Der letzte Teil der Präsentation widmete sich dann speziell der literarischen Landschaft in Sachsen und besonders in Dresden. Hervorgehoben wurde der Sächsische Literaturrat als koordinierende Institution, die außergewöhnliche und erfolgreiche Privatinitiative des Kulturhauses Loschwitz und das Dresdner Literaturbüro, das öffentlich zwar vergleichsweise umfangreich gefördert werde, aber unter einem Mangel an geeigneten Räumlichkeiten und überregionaler Ausstrahlung leide. Insgesamt bleibe Dresden literarisch unter seinen Möglichkeiten.

Der Moderator der Diskussion, Dr. Reinhard G. Wittmann, Chef des Literaturhauses München, machte kein Hehl aus seiner Sympathie für die Idee eines Dresdner Literaturhauses. Bekanntlich sind derartige Initiativen in Dresden bislang am Widerstand der bestehenden Institutionen und mangelnder politischer Unterstützung gescheitert. Dr. Florian Höllerer, der Leiter des Literaturhauses Stuttgart, trat mit Hinweis auf eigene Erfahrungen einer in solchen Fällen immer wieder auftretenden Befürchtung entgegen: Das Torten-Modell von Literatur, nach dem nur eine bestimmte Menge an Geld und Zuschauern verteilt werden könne, sei falsch. Vielmehr habe die Geschichte des Literaturhauses Stuttgart gezeigt, dass alle Institutionen, auch die schon bestehenden und anfangs skeptischen, von einer Aufwertung der Literatur insgesamt profitiert hätten.

In der abschließenden Diskussion dominierten bei den Einheimischen dann aber doch eher die Bedenken. Die Gründung eines Literaturhauses bleibe mangels einer Aussicht auf zusätzliche öffentliche Geldmittel und ohne einheimische Sponsoren aussichtslos. Stattdessen solle die bestehende Breitenförderung literarischer Kleinprojekte fortgeführt und gesichert werden. Immerhin sprach sich niemand prinzipiell gegen die Idee eines Literaturhauses Dresden aus. Und einige der Anwesenden sparten nicht mit Sympathiebekundungen.

Was der Initiative zweifellos noch fehlt, sind öffentliche Personen, die kulturelles Prestige, politische Macht oder schlicht und einfach Geld einbringen könnten. Mir scheint die Idee eines Literaturhauses, das als Zentrum literarischen Lebens in Dresden eine Heimat für schon bestehende Institutionen, für Verbände und Autoren, aber besonders für die nicht gerade literarisch überversorgten Dresdner sein könnte, jedenfalls sehr reizvoll und aller Unterstützung wert.

Michael Bittner

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5 Kommentare »

  • Dresden - Blog - 04 Mar 2010 sagte:

    [...] Zur Diskussion: Braucht Dresden ein Literaturhaus? | Die Neustadt [...]

  • Meyerhuber,Kathrin sagte:

    Guten Tag,

    ich würde gern helfen bei der Arbeit, für ein Literaturhaus in Dresden. Bisher blieb mir aufgrund von Alleinerziehung und -versorgung meines Kindes kaum Zeit,mich in der Literaturszene Dresdens vorzustellen, ich schreibe seit vielen Jahren Gedichte, habe im Janos stekovics Verlag einen Gedichtband veröffentlicht und arbeite vor allem als Märchenerzählerin und -autorin mit Kindern auf Dresdner Festen. Eventuell konnen Sie mich in Ihre Arbeit mit einbeziehen, so dass ich aich einen Beitrag dazu leisten kann. Dafür wäre ich dankbar.

    Kathrin Meyerhuber
    Salzburger Str.18
    01279 Dresden

    kathrin.meyerhuber@arcor.de
    0351-2540640

  • Kathrin Meyerhuber sagte:

    Guten Tag, ich fand die Diskussion, ob Dresden ein Literaturhaus braucht, worüber ich mich freute,- was ich dazu denke kann ich noch gar nicht alles aufschreiben,- als ich von einer Lesung kam. Am gleichen Abend sendete ich meine Nachricht dazu, kurz später korrigiert ein zweites Mal, doch die Korrektur wurde nicht angenommen.

    Nun habe ich endlich Zeit gefunden, mich wenigstens kurz an die unter Kontakt&Impressum genannte Email zu wenden und bekam gleich Antwort.
    Zu einer Klärung braucht es mehr Zeit, als eine kurze Mail hinter den Seiten:

    Deshalb schreibe ich gleich hier weiter, dass es hilfreich wäre, es käme erst eine Vorschau, ehe etwas wirklich öffentlich wird.
    Denn nicht immer ist der Mensch bis spät aufmerksam und hat Zeit, alles Nötige zu bedenken:

    Gott sei Dank ist nicht jede Mutter, welche hofft, sich an der vielen Arbeit, die es außer ihrer, gibt, beteiligen zu können, alleinsorgend.

    Kathrin Meyerhuber

  • Kathrin Meyerhuber sagte:

    “Die Literatur habe – verglichen mit anderen Sparten wie Theater, Musik und bildende Kunst – für die öffentliche Kulturförderung traditionell nur marginale Bedeutung. Ihr Anteil an den Kulturbudgets liege im Promillebereich. Dies gelte für Ost- wie für Westdeutschland.”

    Zum Schwerpunkt 1:

    Da für mich der Anteil im Promillebereich lag und liegt, musste weder der Vater meines Jungen von stadtbekanntem Stasimitarbeiter bespitzelt werden noch er selbst saufen und kiffen, sich LSD oder sonstwas schmeißen, soviel ist seit dem Tod meines Lebensgefährten Norbert Herr 1991, welcher acht Monate nach einer schweren unaufgeklärten Straftat, wobei sein Schädel fast tödlich brach, bei einem Schienenunglück starb, klar.

    Doch eben nicht nur “Mittem im Klaren”, um mit wem, mit Peter Rühmkorf zu sprechen.

    Ich habe seitdem und der RSreform eben mal LRS-Probleme mit,- ab und zu nur, danke!

    Was sonst noch zu sagen ist.

    Ist ja alles schon gesagt, das ist es ja.

    Ich habe mich heute an den kinder-und jugendärztlichen Dienst gewandet, habe eine sogenannte Hinwendekrankheit zur Zeit, wo ich mal da und dort hingehen kann,um was zu erzählen,nicht nur meinem Psychater.

    Mein zweites Kind ist nun nicht entstanden, mehrere Aborte waren im Laufe der Zeit, auf die letzte Sofort-Baby-Variante habe ich, unter Menschenrechtsverletzung seit Jahren stehend, verzichtet, keiner kann nun verdienen an meinen weiteren ungeborenen Kindern, weder das Jugendamt, noch eine Kindergärtnerin, Hebamme, Kinderarzt, Lehrerin noch noch noch

    da brauche ich mich nicht mehr hinwenden, da bin ich geheilt davon.

    Das Vineta anscheinend in der sächsischen Schweiz lag, nicht hoffentlich liegt, habe ich nach einer Beschäftigung mit dem Ortsnamen Wollin
    vermutet.

    Zur Freude aller zu sagen ist,ich war als Frau nicht richtig sterilisiert, durch Einsatz der Pille war diese wieder aufhebbar.

    Also mal später von mir aus “Friede meiner Asche”,

    damit der Knochenberg nicht zu hoch wird.

    Kathrin

    Viele Grüße

  • Kathrin Meyerhuber sagte:

    Kann das okay sein die Beziehung zwischen schwedischen Stühlen und der Hornbach Holding AG, wenn ich jetzt Heminym sage zum Gegenteil von Synonym?

    Warum?

    Schließlich haben wir doch alle Hemisphären.

    Ich versteh dich nicht, ich versteh dich nicht.

    Erklär ich dir später oder du hast es bis dahin selbst herausgefunden.

    Nein, so nicht.

    Nicht nur mich hat vieles verunsichert: nicht nur Begriffe und Rechtschreibreform.

    Kannst du dir einen Begriff machen von einem Homonym, ich nicht, von einem Heminym ich zumindest schon eher, denn dann lässt dieser Begriff zumindest eine logische Schlussfolgerung zur inhaltlichen Bedeutung zu.

    Und ob ich einverstanden war mit der Rechtschreibreform? Hat mich keiner gefragt, deshalb frag ich jetzt mal, ob ihr mit Heminym einverstanden seid. Wenn schon sich was ändert, ändert sich das schon, doch aufgenommen werden muss es ja dann wieder in die Duden-Ergänzung ? (Werkstatt oder Stube?) Muss es das? Umgangssprache setzt sich so durch…

    Ja. Hm. Könnte gehen?

    Was hat das mit schwedischen Stühlen und Hornbach zu tun?
    Ich hatte über die binominale Nomenklatur von Linne´nachgedacht und hatte eine Bitte geäußert.
    Später am Tage habe ich mich nach den Nachrichten in der Werbung hoffentlich nur verhört.

    Wäre nicht abgeneigt über einen Sponsor, das nur kurz noch zu Punkt 2.
    Würde im Literaturhaus dafür mit Menschen Wort- und Schreibspiele machen, welche LRS- Probleme haben, wenn das ginge,dann würde das eventuell mit den Reformen etwas friedlich revolutionierter zugehen, sprachlich gesehen.

    Müssen wir nicht betrübt sein mehr,nein. Okay.

    Kathrin

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