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Neadora - Initiative für ehrenamtliche Hilfe in Alten- und Pflegeheimen

von Jan-Thomas am 18 Januar 2010 168-mal angesehen 19 Kommentare

Teil 2 unserer Reihe „Neustädter Vereinskultur stellt sich vor“.
Text: Uwe Ewald

Hallelujah, sie ist 100 geworden! Der Bürgermeister hat gratulieren lassen. Die Zeitung hat’s gerne gedruckt. Eine Schlagzeile ist die Alte uns wert. Und vorher? Und dann?
Das Wohl der Bewohner von Alten- und Pflegeheimen kommt in der öffentlichen Wahrnehmung nur selten vor.

Persönlich geht es auch anders. „Welch eine rührende Freude! Frau Radibor konnte kaum fassen, daß sie ein Stück ihrer Kindheit in den zittrigen Händen hielt … Sie hatte neulich wieder bewußt an Früher gedacht. Bruchstückhaft war ein Gedicht aufgetaucht, nur ein Anfang und zwei, drei weitere Zeilen … Mir sagte das nichts, doch das Internet hatte die kompletten sechs Strophen schnell ausgespuckt.“ (Weiter und mehr im Blog.)

Solche und andere Erlebnisse hat Frau Radibor, habe ich jede Woche. Weil aber viele Heimbewohner niemanden haben, der sie besucht, sich Zeit für sie nimmt, ist Neadora entstanden. Aus persönlichem Erleben wurde eine Idee, aus Webdesignern sind Mitstreiter geworden.

Viele Dresdner Heime suchen mit Hilfe von Neadora auch jüngere ehrenamtliche Helfer.
Die vorhandenen Ehrenamtler sind oft selbst schon Senioren und übernehmen meist Gruppenbeschäftigungen. Dabei können vor allem jüngere Leute durch den persönlichen Kontakt zu den Alten, Gespräche und manchen Aha-Effekt Spaß und Erfüllung finden.
Nicht jeder Heimbewohner ist schon dement. Und mit wachem Verstand nimmt man - im Vergleich zum früheren Leben - die eigene mißliche Lage, die gefühlte Einsamkeit besonders stark wahr. Lieber Besuch ist immer willkommen. Die Dankbarkeit geht unter die Haut.

Der Weg zum nächsten Alten- oder Pflegeheim sollte kein Hindernis sein.
Wer sich als soziales Wesen begreift und etwas Zeit erübrigen kann, wird, wenn er es tut, schon bald ein echtes Hallelujah erfahren.

Email: info[at]neadora.de
Web: www.neadora.de

19 Kommentare »

  • Tweets die Neadora - Initiative für ehrenamtliche Hilfe in Alten- und Pflegeheimen | Die Neustadt erwähnt -- Topsy.com sagte:

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von JTS, Salvador_DD erwähnt. Salvador_DD sagte: RT @dieneustadt: Teil 2 unserer Reihe „Neustädter Vereinskultur stellt sich vor“ ist online - > http://tr.im/KOFH [...]

  • Torsten sagte:

    Auf der Neodora-Seite heißt es, dass Freiwillige gesucht werden, die alten Leute zu besuchen, weil die Pflegerichtlinien dem Pflegepersonal keine Zeit mehr für die alten Leute lassen.

    Ich finde es interessant wie der Rückzug des Staates aus der Organisation des Sozialen immer mehr durch Freiwillige kompensiert wird.

    In diesem Fall habe ich noch ein paar (rhetorische) Fragen:

    Wieso lassen die Pflegerichtlinien dem Pflegepersonal eigentlich keine Zeit mehr für die Alten? Wieso machen das jetzt Freiwillige? Verdient damit jemand Geld? Wer? Wann werden Freiwillige für die Erledigung von Blinddarm-OPs gesucht, weil die Pflegerichtlinien dem Fachpersonal keine Zeit mehr dafür lassen?

    Ich weiß, dass diese Fragen nicht ins Tagesgeschäft passen.

  • Torsten sagte:

    P.S. Neodora wurde ja hier unter der Rubrik „Neustädter Vereinskultur stellt sich vor“ vorgestellt. Ich konnte nirgends (auch auf der Seite von neodora.de) einen Hinweis darauf finden, dass Neodora ein Verein ist. Sieht für mich momentan eher nach ‘ner One-man show des Artikel-Autoren Uwe Ewald aus als nach einem eingetragenen Verein aus.

  • Torsten sagte:

    Mensch, was Neodora noch alles macht ist auch interessant:

    “Wo Männer fehlen, Vibratoren versagen und Traumtypen aus Filmen und Liebesromanen immer die Andere meinen, bietet NEADORA einen neuen Service an: Persönliche Briefe für Frauen.”

    und weiter:

    “Der Name NEADORA entstammt dem schönen englischen Wort adore - anbeten, lieb haben. Er unterstreicht auf harmonische Weise das Ziel des Unternehmens…”

    http://www.news4press.com/Frauenherzen-schlagen-hoeherN_215396.html

    Vom Liebesbriefschreib-Unternehmen (warum nicht gleich AG?) zum Händchenhalt-Verein. Wieso muss ich gerade an “Omaboy” von den Ärzten denken? haha

    Was jetzt? Verein oder Unternehmen? Mm… bin gespannt, wann SUBWAY hier als Teil der Neustädter Vereinskultur vorgestellt wird.

  • Jan-Thomas (author) sagte:

    Ich konnte nirgends (auch auf der Seite von neodora.de) einen Hinweis darauf finden, dass Neodora ein Verein ist.

    Lies dir doch bitte mal den Einleitungstext durch; neben Vereinen sollen sich jegliche Intitiativen und Projekte in der Neustadt hier vorstellen können, die hier ihren Sitz oder ihr Betätigungsfeld haben und natürlich auch diejenigen, deren Engagement sich über Viertelgrenzen hinaus bewegt. Meine und unsere subjektive Auswahl.

  • Torsten sagte:

    Für mich sieht es nach einer Recherche so aus, als ob sich Neodora selber als Unternehmen versteht. S.o.: “Er unterstreicht auf harmonische Weise das Ziel des Unternehmens…”
    Dann wäre obiges Posting vom Firmenchef Uwe Ewald selbst geschriebene Werbung.

  • Uwe sagte:

    Freiwillige, ehrenamtliche Helfer - egal, ob im Sportverein, bei der Tafel oder in privater Initiative (Wo steht denn geschrieben, daß man nur als Vereinsmitglied helfen darf ?) als Besucher im Pflegeheim - zeichnen sich vor allem durch drei Dinge aus. Die Erkenntnis, daß sich Auswirkungen von Mißständen kaum rhetorisch, sondern besser durch Tun eindämmen lassen, sie haben das Herz, anderen Menschen persönlich zu helfen, und sie finden Freude daran.
    Ja, unter dem Namen Neadora (in völlig anderer Optik) wurden früher Liebesbriefe geschrieben (steht auf der Seite). Na und ? Neadora ist zwar kein Unternehmen, hat aber viel mit “etwas unternehmen” zu tun.
    Manche finden das vielleicht lächerlich, auch die werden alt, andere unterstützen den Helfergedanken. Deshalb danke an letztere und danke, Jan-Thomas.

  • Torsten sagte:

    “(Wo steht denn geschrieben, daß man nur als Vereinsmitglied helfen darf ?)”

    Nirgends, nur: wenn mir eine Privatperson hilft, hat das einen ganz anderen Kontext, als wenn es ein Verein oder ein Unternehmen tut. Eine Privatperson tut es vielleicht aus Zuneigung, ein Verein aus gesellschaftlichem Interesse und ein Unternehmen um Geld zu verdienen.

    “Neadora ist zwar kein Unternehmen”

    Ach, plötzlich doch nicht mehr? Welche Rechtsform hat denn Neodora dann?

  • Jan-Thomas (author) sagte:

    Torsten, was glaubst du, warum hier unter den Kommentaren folgendes steht: „Kein Spam, keine Beleidigungen und bitte immer schön freundlich.“?

    Kleiner Hinweis: halte dich bitte daran, such dir ein schlaues Buch, mit welchem du dir die unterschiedlichen Deutungen oder Auslegungen des Begriffes „Unternehmen“ erklären lassen kannst und kotz dich woanders aus.

  • salvador sagte:

    Nanana, immer ruhig, Leute :-) Ich habe mich über Torstens Kommentar zwar auch ein wenig geärgert, aber genauso gelacht über den SUBWAY-Vergleich, ist also eher positiver SPAM:-))

    Aber, nicht nur wo Verein drauf steht, wird ehrenamtlich oder engagiert gearbeitet, ich selbst stehe als Verantwortlicher im Impressum von http://www.BISS.FM und http://www.brn-museum.de - beides keine Unternehmen, beides keine Vereine, beides nicht kommerziell ausgerichtete Initiativen ohne eigene Rechtsform!

    Man darf auch ohne Eintragung in irgendwleche Register aktiv werden.

    Finde ich

  • Torsten sagte:

    Hallo Jan Thomas,

    > such dir ein schlaues Buch, mit welchem du dir die
    > unterschiedlichen Deutungen oder Auslegungen des Begriffes
    > „Unternehmen“ erklären lassen kannst

    Habe ich gemacht. Handelt es sich bei Neodora um ein Einzelunternehmen? Obiger Artikel bleibt unklar und auch auf der Neodora-Seite steht nichts darüber.

    Alles was meine bisherigen Recherchen zur Rechtsform hergaben, ist, dass Neodora zumindest mal ein Unternehmen war, dass Liebesbriefe an Frauen mit kaputten Vibratoren schrieb. (Zitat von Neodora)
    Um nicht falsch verstanden zu werden, ich finde Vibratoren klasse und meinetwegen kann Beate Uhse auch Sterbebegleitung durchführen. Der Punkt ist, dass bei Beate Uhse jeder weiß, dass es eine AG ist und sich dementsprechend verhalten kann.

    Gerade weil es hier um ein sehr sensibles Thema geht, würde ich mir mehr sprachliche Klarheit wünschen.

    viele Grüße,
    Torsten

  • Torsten sagte:

    @ Salvador

    > Man darf auch ohne Eintragung in irgendwleche Register aktiv
    > werden.

    No doubt about that. Aber:

    - Möchte ich, dass meine Mutter im Pflegeheim einmal pro Woche von fremden Personen Besuch erhält, nur weil ich gerade nicht so oft kann und das Pflegepersonal überlastet ist?
    - Möchte ich, dass völlig unklar ist, wer diese Personen sind (Sekte? Erbschleicher? Welche von der Kirche? Vibrator-Reparateure?)
    *paranoia Modus aus*

    So, ich habe weder eine Mutter im Pflegeheim, noch bin ich besonders paranoid oder prüde. Aber der herzergreifende Stil des obigen Artikels und der Neodora-Seite in Kombination mit dem Wissen, dass Neodora mal ein Unternehmen war, dass einen Liebesbriefschreib-Service anbot, gibt mir m.E. das Recht nachzufragen.

  • salvador sagte:

    “gibt mir m.E. das Recht nachzufragen.”

    ganz klar und sowieso!! aber erstens macht der ton die musik und zweitens hast du dich für die oben genannten argumente doch am anfang etwas sehr auf die rechtsform festgebissen und nicht auf die inhalte! über inhalte können wir gerne immer diskutieren, ob Neodora, Kultur Aktiv, Sportfreunde01 oder wer auch immer hier noch auftauchen wird. da wird es auch sicher immer zwei meinungen zu geben.

    dein subway-vergleich allerdings, der hinkt hinten und vorne. denn auf der neodora-seite finde ich keinen service, der kostenpflichtig wäre.

    das ist im gegensatz dazu bei “reinrassigen” vereinen wie der scheune ganz anders, da finde ich nichts, was nichts kostet :-)

    wenn dir das modell “neodora” nicht gefällt, dann äußer gerne deine kritik, aber tue das sachlich und in die richtige richtung! wenn wir demnächst hier über einen töpferkurs schreiben, kommt dann kritik an unserem blog, weil eine der kursteilnehmerinnen mal einen vibrator getöpfert und ausgestellt hat????

  • Torsten sagte:

    > wenn wir demnächst hier über einen töpferkurs schreiben,
    > kommt dann kritik an unserem blog, weil eine der
    > kursteilnehmerinnen mal einen vibrator getöpfert und
    > ausgestellt hat????

    Mm…habe meine Kristallkugel gerade verlegt und kann das gerade nicht sagen.
    Ich kenn’ mich bei Töpferkursen nicht aus, weiß nur, das alte Leute gerade ein ziemlich umkämpfter Markt sind.

    > denn auf der neodora-seite finde ich keinen service, der
    > kostenpflichtig wäre.

    Naja, man findet keinen HINWEIS auf einen Service der kostenpflichtig wäre. Was nicht bedeutet, dass hier nicht ein kostenpflichtiger Service angeboten und beworben wird.
    Es ist eben leider sehr unklar, ob es ein kommerzielles Unternehmen ist, oder nicht. Das würde mich interessieren.

    Jan-Thomas? Uwe? Könntet ihr Euch dazu mal äußern?

  • Torsten sagte:

    btw. die Neodora-Seite wirkt nicht so, als wäre sie für lau programmiert worden. Hat die Herr Uwe Ewald aus seiner eigenen Tasche bezahlt? Wer ist eigentlich Herr Uwe Ewald?

  • Hacke-Peter sagte:

    ….. tja warum schaffen es Einrichtungen nicht den Betreuungsbedarf abzudecken? Vorangestellt natürlich der Hinweis, Einrichtung ist nicht gleich Einrichtung.
    Die Betreuung von Senioren hat sich in den letzten Jahren gewandelt, die Lebenserwartung steigt und damit geht meist eine Multimorbidität einher. Sprich der Faktor der Behandlungspflege steigt und nimmt immer mehr Zeit in Anspruch. Auf der anderen Seite ist die Pflege ein Sektor der sehr stark durch den Staat reglementiert ist, was bedeutet es gibt genaue Beschreibungen und Forderungen der Qualität, was zum Teil auch bedeutet, dass alles und wirklich alles dokumentiert wird. Wobei natürlich das Betreuungsangebot auf jeden Fall auch ein wichtiger Aspekt der Qualität ist!!! Ab 2011 wirkt die sogenannte Transparenzvereinbarung in der Pflege, was bedeutet jede Einrichtung bekommt Noten, die öffentlich zugänglich sind. Um Dir und mir die Möglichkeit zu geben, Einrichtungen vergleichen zu können. Alle arbeiten natürlich jetzt daran, sich solche Strukturen zu geben, die im Test zu einer guten Note führen. Aber es gibt auch positive Entwicklungen, so ist es seit letztem Jahr möglich, zusätzliche Leistungen zur Betreuung von Demenzerkrankten zu beantragen. Ob und in welchem Rahmen Einrichtungen dies wahrnehmen, who knows????? Eigentlich wollte ich nur sagen, pro Pflegekraft Minimum 2500 Euro netto und jeder sollte privat vorsorgen. Ehrenamtliche Betreuung als Unterstützung finde ich ok, aber wer schon einmal mit wirklich dementen Bewohnern zu tun gehabt hat, wird sich das auch 2 mal überlegen. Statt Quarzen, einfach für die gute Betreuung im Alter sparen! :-)

  • Uwe sagte:

    Ok, der Pulverqualm scheint sich verzogen zu haben, und es ist schön, an der Front nicht alleine zu sein.
    Eine Rechtsform für Internetportale ist mir nicht bekannt. Idee für Neadora: Initiative mit (un)beschränkter Hoffnung. Die sich mit einer engagierten und sozial eingestellten Webdesignfirma auch als nichtkommerzielles Projekt finanzieren ließ. Und als Alltagshelfer (eine Arbeit mit Herz) und Betreuer um das Wohl alter Menschen bemüht, weiß ich wovon ich rede. Darüber hinaus sollte es jedoch um die Sache gehen.
    Auch in den Neustädter Alten- und Pflegeheimen würde ein Mehr an persönlicher Zuwendung - für das selbst den besten Pflegekräften einfach zu wenig Zeit bleibt - vielen Alten und Kranken ihr meist unverschuldetes Heimdasein etwas erleichtern. Wer also ein wenig Zeit erübrigen kann, sich gerne mit anderen freut, sollte sich einfach trauen …

    PS: Bei dementen Menschen, da hat Hacke-Peter recht, wären allerdings entsprechende Kenntnisse nötig.

  • Torsten sagte:

    > Die sich mit einer engagierten und sozial eingestellten
    > Webdesignfirma auch als nichtkommerzielles Projekt finanzieren
    > ließ. Und als Alltagshelfer (eine Arbeit mit Herz) und Betreuer
    > um das Wohl alter Menschen bemüht, weiß ich wovon ich rede

    Das heißt also, dass mit den bei neodora.de angebotenen Dienstleistungen niemand einen Gewinn macht?

    Das heißt weiterhin, dass es sich bei den auf neodora.de beschriebenen Leistungen um die Initiative einer Privatperson handelt, die das freiwillige Engagement und die Spenden dritter Personen aus reiner Gutherzigkeit verwaltet und an Altenpflegeeinrichtungen weitervermittelt?

  • Vereine in Dresden-Neustadt | Die Neustadt sagte:

    [...] 1: Der Kukulida e.V. Teil 2: Neadora - Initiative für ehrenamtliche Hilfe in Alten- und Pflegeheimen Teil 3: Das Galli Theater & Training [...]

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