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Im Malstrom subversiver Bilder

von Elbnymphe am 13 Oktober 2009 157-mal angesehen 2 Kommentare

Im Malstrom subversiver Bilder
Malerei, Grafik, Künstlerbücher aus der Protestszene der DDR, Sammlung Gerhard Wolf

„Es läßt sich vermutlich nicht eindeutig begründen, warum zu einer bestimmten Zeit, an einem bestimmten Ort, kaum vorhersehbar, junge Leute in der Kunst eine andere Tonart anschlagen, weil sie anders sehen und hören, anders empfinden und denken und demzufolge anders schreiben, anders malen, anders Musik machen als andere vor ihnen, weil für sie ihr Sein anders sein muss, als das täglich Hingenommene: was sein muss, muss sein.”

~ Gerhard Wolf

Eine junge Generation von Dichtern und Künstlern der DDR begann Ende 1970er Jahre in einer anderen Sprache zu sprechen, auch im Protest gegen die verordnetze Sprache der Macht. Es entstanden expressive wilder Bilder, die dem angesagten Sozialistischem Realismus Hohn sprachen. Die Autoren fanden keine Verlage, die Künstler keinen Zutritt zu offiziellen Ausstellungen. Gerhard Wolf, Herausgeber, Kritiker und Schriftsteller, nahm sich der jungen Szene an. Er war nicht nur Sammler und Verleger, sondern zu DDR-Zeiten vor allem auch Förderer von unangepasster Künstler und Autoren, die mit ihren Werken bis 1989 nur sehr eingeschränkt in der Öffentlichkeit oder gar nicht im Kulturbetrieb der DDR präsent sein durften. Gerhard Wolf hat seine Sammlung unter dem Titel Im Malstrom subversiver Bilder. Malerei, Grafik, Künstlerbücher aus der Protestszene der DDR für eine Ausstellung zusammengestellt. Künstlerbücher, Zeitschriften, Autografen, Malerei und Grafik, kurz: Zeugnisse aus mehreren Jahrzehnten und Frucht intensiver Künstlerfreundschaften. Zugleich ist diese Sammlung Beleg einer anderen, nicht staatlichen Literatur und Kunst. Maßgeblich vertreten sind Maler und Grafiker, die aus Dresden stammen, in Dresden studiert haben oder durch Werk oder Biographie dem sächsischen Kulturraum verbunden sind.

Enthalten sind Arbeiten der Maler, Grafiker und Fotografen: Carlfriedrich Claus, Angela Hampel, Ralf Kerbach, Helge Leiberg, Gerda Lepke, Michael Morgner, Thomas Ranft, Dagmar Ranft-Schinke, Wolfram A. Scheffler, Hans Scheib, Christine Schlegel, Cornelia Schleime u. a.

Eröffnung der Ausstellung: Dienstag, 13. Oktober 2009, 20 Uhr

Sächsische Akademie der Künste, Neustädter Markt 19, 01097 Dresden

Im Gespräch:
Lothar Fiedler, Musiker, Berlin
Angela Hampel, Malerin, Dresden
Ralf Kerbach, Grafiker, Hochschule der bildenden Künste Dresden
Gerhard Wolf, Herausgeber und Verleger, Berlin
Musik: Lothar Fiedler, Berlin

2 Kommentare »

  • Eintauchen in die eigene Vergangenheit « stefanolix sagte:

    [...] Themen werde ich gern zurückkommen — wenn es jemand von Euch lesen will ;-) Die Ausstellung ist im Blog DieNeustadt.de beschrieben. Vielleicht wird dort auch noch darüber [...]

  • « Ohne Uns! sagte:

    [...] dürften den einen oder anderen Namen unter den beteiligten Künstlern wiedererkennen. Näheres bei Die Neustadt und stefanolix Das Begleitbuch zum Projekt kann jetzt auch – zuzüglich Versandkosten [...]

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