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Trouble an der „Bunten Ecke“

von am 10 August 2009 20 Kommentare

Ich hatte mich nach ihrer Fertigstellung vor einiger Zeit schon gewundert, was denn aus der geplanten Öffentlichen Toilette an der „Bunten Ecke“ Alaun-/ Böhmische Straße geworden ist. Die hatte die Stadt scheinbar „vergessen“, oder sich der laufenden Kosten gescheut…
Seit einiger Zeit beschweren sich nun umliegende Anwohner sowohl über das Urinieren in den Grünanlagen und dem Spielplatz als auch über ständige nächtliche Ruhestörungen von sich in der Freizeitanlage aufhaltenden Bürgern.

Ich bekam heute eine E-Mail mit einem Brief eines Vermieters / Eigentümers an den Leiter des Ortsamtes, den ich hier mal zur allgemeinen Information zitiere:

Sehr geehrter Herr Schnitzer,
die Mieter der Grunstücke…haben sich mit massiver Beschwerde an uns als Eigentümer und Vermieter gewandt und um Hilfe gebeten.
Es geht dabei um die seit der Fertigstellung der Freizeitanlage Alaun-/Ecke Böhmische Straße vorhandene Lärm- und Schmutzbelästigung, auch, und vor allem nach, 22 Uhr. Laute Musik und Trommellärm lassen die Bewohner der Umgebung auch nach 24 Uhr nicht zur Ruhe kommen.
Mehrere Mieter sind beim Ordnungsamt und der Polizei vorstellig geworden, ohne dass sich die Situation auch nur ein klein wenig geändert hätte.
Hinzu kommt das ständige Urinieren von sich in der Freizeitanlage aufhaltenden Bürgern, die sich dazu in die Grünanlage der Wohnbebauung zurückziehen und dort ebenfalls erheblichen Lärm veranstalten, den Kinderspielplatz beschmutzen, ihre Notdurft nicht selten in diesem Spielplatz verrichten.
Obwohl beim Bau dieser Anlage bereits eine Abwasserleitung vorgesehen wurde, kam es nicht zur Errichtung einer Bedürfnisanstalt bzw. zum Aufstellen eines transportablen WC.

Wir möchten Sie im Namen dieser betroffenen Bürger deshalb dringlich bitten, sich mit diesen offensichtlichen Missständen zu beschäftigen, eine erhebliche Lärmreduzierung durch straffe Kontrollen zu erreichen und sich gleichzeitig um die Errichtung einer Bedürfnisanstalt zu bemühen.
Es ist ein unmöglicher Zustand, dass die Grünanlage in dieser Weise besudelt wird.
Kritische Wertungen und Äusserungen unserer Mieter wollen wir hier aus Höflichkeitsgründen nicht wiedergeben, sie fallen schon recht derb aus. Gleichzeitig möchten wir mit dieser Information an Sie und den ausgesprochenen Bitten darin einer Unterschriftensammlung der Mieter und, daraus abgeleitet, größeren Presseaktionen-auch im Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen-zuvorkommen.

Ich bleib mal dran.

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20 Kommentare »

  • Rasuk T. Schulze sagte:

    Wir nennen diese Ecke nur noch den Betongarten. Meine Kinder würde ich dort niemals spielen lassen. Dreck, es stinkt nach Urin, viel Müll und Scherben.

    Es ist ja nett, wenn man den Obdachlosen und Punks eine saubere Ecke zum Aufenthalt bietet, schließlich war das ja bisher eine ziemliche Dreckecke und die armen Leute können ja nicht bei Wind und Wetter vor dem Konsum sitzen.

    Aber warum hat man da nicht einen Spielplatz errichtet?

    Der Betongarten wird innerhalb kürzester Zeit vergammeln, befürchte ich.

  • Shelog sagte:

    Früher war diese Ecke ein Rückzugspunkt für ein paar arme Alte, die dort im schattigen Hintergrund mit ihren Hunden saßen und niemanden störten. Über alle Abfälle wuchs das Gras…

    Diesen Freiraum wollte man den armen Alten nehmen und das ist jetzt die Strafe.

  • Elbnymphe sagte:

    @Shelog: Man sollte nichts von Strafe zu faseln, als ob hier ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorläge, nur weil ein Platz (um)gestaltet wurde. Denn wenn eine verstrüppte Ecke schon als Angebot für sozial benachteiligte Senioren galt, frage ich mich, in was für einer Gesellschaft wir leben.

  • christoph sagte:

    Übrigens wurde hauptsächlich Naturstein aus der Region verbaut, was bei anderen umgestalteten Plätzen in dieser Stadt nicht immer der Fall ist. ….also nix Beton….

  • Anne sagte:

    Ich teile shelogs Einschätzung. Das Wort “Strafe” wurde von elbnymphe hier vielleicht etwas überinterpretiert. Man hätte schlicht auch Resultat sagen können. Und Umgestaltung an sich stellt ja noch keinen Wert dar. Die dort erfolgte ist jedenfalls in ihrem Wert zumindest Geschmackssache. Ob die älteren Menschen dort sich selbst als sozial benachteiligter bezeichnen würden, als Heimbwohner einer der heutigen gern euphemistisch Seniorenresidenz genannten Pflegeanstalten (wir wissen alle um die Zustände, die da tw. herrschen) möchte ich eigentlich nur diejenigen selbst beurteilen lassen, habe da aber auch so eine Ahnung…
    (Die Bezeichnung “Faseln” finde ich übrigens nicht sehr wertschätzend).

  • bunter ecki sagte:

    ich hatte den schriebs eigentlich hier eingeschickt, um die spiessigkeit einiger “neustädter” aufzuzeigen. ich selbst wohne (noch) in einem haus, aus welchem die beschwerde stammt.
    in diesem haus scheint es offenbar niemanden zu stören, dass man tür an tür mit einer überaus lauten muckibude, aus der den ganzen tag urschreihe und absurde musik läuft wohnt, aber bei trommelmusik und menschlichen äußerungen der freude hört scheinbar die toleranz auf.
    die anwohner scheinen zu vergessen, in welchem stadtviertel sie leben und ich würde einen umzug nach gorbitz empfehlen, da herrscht noch ordnung, ruhe und sauberkeit, welche von den kameraden einer kurzhaarigen bürgerwehr wahrscheinlich vehement verteidigt wird.

  • Elbnymphe sagte:

    Hallo Anne, ja, ich gebe Dir Recht, „faseln“ war diffamierend und ich würde das gerne relativieren und mich gleichzeitig bei Shelog entschuldigen. Es hat ein jeder Recht auf Meinungsäußerung und ich kotze selber, wenn ich diffamiert werde. Es hat mich geärgert, daß die vielleicht nicht 1005 gelungene, aber auch nicht gänzlich unambitionierte Umgestaltung einer wenig schönen Brachfläche als ein weiteres Wegbrechen von Freiräumen hochstilisiert wurde, als ob die Ecke davor eine tolle Lösung, ästhetisch und sozialpolitisch gewesen wäre.

  • Elbnymphe sagte:

    100% :-)

  • ufo sagte:

    lieber bunter ecki, auch in unserem Viertel haben Leute recht
    auf Schlaf nachts, ohne daß du sie nach Gorbitz wünschen solltest
    PS: du bestimmst nicht wer Neustädter ist u. brauchst deine
    Nachbarn nicht in “Gänsefüßchen” setzen

  • auch mal was sagen... sagte:

    doch ufo,
    ecki darf das, ecki darf bestimmen, wer neustädter ist und wer nicht, denn ecki ist ein echter demokrat, voll und ganz mit schubladenauftrag ausgestattet, hier alles weltoffen, trommeln und noch echte äußerungen der freude, dort nur kurze haare, sauberkeit, kameraden und eine bürgerwehr, ach, ist das alles einfach, und was macht eigentlich die muckibude in unserer neustadt, was lese ich da, urschreie, absurde musik, das wär doch was für ecki, neustädter bürgerwehr gründen und ran und los…nicht, dass hier noch mal ein leichtsinniger anwohner vergisst, in welchem stadtviertel er lebt, das geht ja nun wirklich nicht.

  • bunter ecki sagte:

    ach leute…

    1.
    wenn ich hier polarisiere dann doch nur, um meiner verwunderung über die reaktion mancher menschen in der neustadt ausdruck zu verleihen. es geht mir doch nicht darum festzulegen, welcher mensch kompatibel zum leben in der neustadt ist!

    2.
    wenn ich neustädter in gänsefüßchen setze hat das ganz sicher nicht die ironische bedeutung, die dem hier beigemessen wird. die bezeichnung “neustädter” taucht meines wissens nicht in der umgangssprache auf. deswegen!

    was ich nur ausdrücken wollte ist, dass jemand der in die neustadt zieht bewusst sein muss, dass es ihr eine größere anzahl von anwohnern gibt, die nicht dem alltag eines 9-5-jobbers folgen. für diese leute wollte ich eigentlich eine lanze brechen.

    nochmals: ich wohne in einem der häuser, aus denen die beschwerde stammt und ich weiß, was für leute in besagten gebäuden leben! viele “typische” neustädter, auch wenn man das hier nicht hören will, sind da jedenfalls nicht drunter.

    @auch mal was sagen…: ab heute sind wir tolerant und schütteln jedem arsch die hand!?

    gorbitz hat seinen ruf, genauso wie die neustadt, sei er (noch) berechtigt oder nicht. vielleicht solltest du diese beiden stadtteile als eine art metapher für unterschiede innerhalb dresdens verstehen, anstatt intoleranz zu sehen, wo absolut keine ist. ich plädiere weder für schubladen, noch für bürgerwehren! ich mag die zusammensetzung der neustadt, denn das macht sie letztendlich aus. aber für beschauliche ruhe in reinkultur und gepflegte vorgärten ist die neustadt der falsche stadtteil, oder nicht?

    wenn du literarische überhöhung nicht verstehst, solltest du schleunigst die buchhandlung wechseln. ;-)

  • boing sagte:

    Natursandstein aus der Region. Das ist aber auch alles. Für 200.000 (zweihunderttausend) Euro kann man wohl mehr erwarten als einen Entwurf aus der Vogelperspektive, das lernt ein Architekturstudent im 1. Semester, dass sowas nicht taugt. Na gut, im 2.
    Eine Spraydose für einsfuffzsch macht jedenfalls mehr bunt als die Stadt mit den fünf Nullen.

  • Anne sagte:

    @ecki: Ich versteh ja prinzipiell was du meinst. Aber als die Punks vor dem Rossmann/dem Konsum saßen, hat sich ja auch keiner der Anwohner beschwert.Zwischen gepflegter Vorgartenidylle und dem, was jetzt da an der Ecke läuft, ist ein Riesenunterschied, und ich verstehe wirklich nicht, warum man, um als “typischer” Neustädter zu gelten gern in Hundekacke treten und vollurinierte Grünanlagen mit alkoholvergifteten Jugendlichen, Scherben und Erbrochenen mögen muss.

  • bunter ecki sagte:

    @Anne:
    ich bin genauso wenig fan davon, dass dort mit inbrunst uriniert, gescherbelt und erbrochen wird, aber irgendwie war das für mich absehbar. daran werden wir uns gewöhnen müssen oder wir treten in aktion, statt dem treiben fern zu bleiben. ich glaube, wenn die “bunte ecke” (toller titel im übrigen) von nicht-punks bevölkert wird, gibt sich das problem von selbst.
    ich glaube das grundproblem der von mir liebevoll “gelbe ecke” genannten grünfläche ist, dass sie von der stadt und nicht von den menschen hier entwickelt und entworfen wurde. das wirkt auf mich alles etwas künstlich. “bunte ecke” in der “bunten und quirlligen neustadt”. klingt für mich irgendwie nach einer cdu oder fdp-idee.

    für mich als geborenen “neustädter” gehört der aufmerksame gang über fußwege und grünanlagen, um nicht in tierische hinterlassenschaften zu treten, einfach seit der kindheit dazu. das war nun wirklich schon immer so. ich muss dir aber recht geben, dass der alkoholkonsum besonders unter jugendlichen, stark zugenommen hat und teilweise unangenehm wird. (siehe ausschreitungen an der scheune etc.) ich glaube aber, die mehrzahl dieser jugendlichen kommt aus anderen stadtteilen zu besuch, was aber auch kein wunder ist, sieht man sich die richtung der entwicklung der infrastruktur in den letzten jahren.

  • Hasselhoff sagte:

    @bunter ecki

    Das wenn man in dieser Gegend Dresdens wohnt, man mit gewissen Sachen einfach rechnen muss, ist klar. Und mich persönlich stört das auch nicht weiter. Man gewöhnt sich an alles. Und trotzdem gibt es für alles irgendwo Grenzen. Und zum Teil werden die echt überschritten. Ich denke da an die Tiefgarage vom Konsum, die ebenfalls als Toilette benutzt wird und das extrem!!! Bzw. wenn es direkt vorm Konsum mal wieder zu Schlägereien kommt und parkende Autos und abgestellte Fahrräder in mitleidenschaft gezogen werden, hört der Spaß auf. Und Rammstein in lauter Dauerbeschallung, nach 1 Uhr nachts muss dann auch nicht unbedingt sein.
    Wie gesagt wenn einer mal laut ist und im Suff rumschreit ok, aber wenn du dir das Stundenlang anhören bzw “anriechen” musst und das täglich, ist auch irgendwann mal gut. Bunte Neustadt hin, bunte Neustadt her.

  • bunter ecki sagte:

    das sehe ich doch genauso! ich mag nur das spießertum nicht, dass beim kleinsten mucks auf die barrikaden steigt und dem “volkszorn” freien lauf lässt.
    wie die einstellung der menschen in meiner gegend ist, durfte ich bereits beim einzug kennenlernen. ich wurde vorgewarnt, dass auch ausländer im haus wohnen und das die aber pünktlich ihre miete zahlen. ich finde schon, dass das viel über das gesinnungsklima hier aussagt und dagegen habe ich was. das entspricht nicht dem lebensgefühl, welches ich mit dem dasein in der neustadt verbinde, was nicht heißen soll, dass ich keine schmerzgrenze in bezug auf die angesprochenen lärm- und geruchsbelästigungen habe!

  • sagte:

    Denkt an die Wurzel des Übels?

    Wer sich beschwert, daß da ein paar verlorene Seelen nicht wissen wohin, sollte sich mal fragen, warum diese Menschen dort sind und wessen Politik dahin führte. Nicht die Symptome sind das Problem, sondern die Ursachen. Denkt nach und wählt!

  • bunter ecki sagte:

    @bö:
    sind jetzt die punker die verlorenen seelen oder wer?

  • Jane sagte:

    Die Pnuker würden sich wahrscheinlich kaputtlachen, wenn man sie als verlorene Seelen bezeichnen würde :)

  • bunter ecki sagte:

    ich befürchte auch… :-))

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