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Brecht behält Recht!

von am 18 April 2009 4 Kommentare
Weiße Wüste

Weißer Untergrund

Wie es scheint, hat Bertolt Brecht wieder einmal Recht behalten. Reisende, die aus Richtung Bahnhof kommen, nehmen die Attraktion, die in keinem Baedeker steht, verwundert zur Kenntnis. Vorbeifahrende verlangsamen ihre Fahrt und kurbeln die Autofenster herab. Sie alle machen gerade bewußt oder unbewußt die Erfahrung des “V-Effekts”. Altbekanntes wird durch die Herauslösung aus seinem Kontext anders oder überhaupt wahrgenommen.

Die Künstler und Künstlerinnen der HfBK (Cleo Niemeyer, Anne Leuner, Saskia Wunsch sowie Christian Manss und Konstanze Grotkopp) wollten genau dies erproben, als sie nach einem geeigneten Standort für ihr Projekt „untergrund weiß“ im Rahmen des Studienganges Bühnen- und Kostümbild suchten. Dafür, so war zu hören, galt es, Viele zu überzeugen und zu begeistern. Dozenten, Hochbauamt, Tiefbauamt, die Eigentümer – sie alle gaben ihre Zustimmung und halfen z. B. mit Bauhelmen oder dem Verschieben des eigentlichen Abrißtermins, daß das Projekt realisiert werden konnte.

Durch den gestrigen Regen kam noch ein interessanter Effekt hinzu: die weiße Wandfarbe ist teilweise bereits wieder abgewaschen, Grün sprießt hier und da inmitten der weißen Wüste.

Aufmerksame werden sich vielleicht erinnern, daß die Ruine auch eine Kulisse für den ZDF-Zweiteiler “Dresden” (2006) abgab (obwohl das Grundstück gar keine Kriegs-, sondern eine DDRNachwende-Ruine war [Danke, Al!]).

Am Dienstag findet der Abriß statt. Die Besitzer (Khan KfZ GmbH Co KG und Nicholas Gräbert) planen, dort ein Hotel zu errichten und dies auf dem Grundstück gegenüber (d.h. neben der Autovermietung) mit einem Parkhaus zu ergänzen.

Plakat zum Projekt

Plakat zum Projekt

Die KünstlerInnen

Die KünstlerInnen

Die Ruine

Die Ruine

Die Sächsische Zeitung berichtet heute auch.

Die Sächsische Zeitung berichtet heute auch.

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  • Keine

4 Kommentare »

  • Medienfuzzi sagte:

    Komme da jeden Tag vorbei und war echt verwundert, was das werden soll. Ziel erreicht!

  • Al sagte:

    Das Grundstück ist noch nicht mal eine DDR-sondern eine Nachwenderuine. Stand aber seit der Wende leer. Konnte aber wg. Denkmalschutz nicht abgerissen werden und Sanierung lohnte sich wohl nicht. Der Zustand jetzt, wo nur noch die Fassade steht, ist erst seit einigen Jahren. In den frühen 90ern gab es da auch mal ein Szenecafe, Mitte der 90er in der Ruine an er Ecke vorn (die jetzt schon länger weg ist) mal einen Untergrundclub namens “Spitz”. Auch ist mal ein Lebensmüder dort afs Dach geklettert, weiss abe nicht mehr wann das war (späte 90er-frühe 00er).

  • Elbnymphe sagte:

    Ich stelle mir die Frage, wer schreibt eigentlich die Geschichte(n) von Häusern auf? Da kann man sich doch eigentlich nur auf Glück verlassen – hier ein Foto in einm Archiv, dort ein Zeitungsartikel, und dann noch ein bißchen Mundpropaganda – oder?

  • Hotelpläne am Neustädter Bahnhof? | Die Neustadt (author) sagte:

    [...] der heutigen SZ zu entnehmen ist (und bereits am 18.04 hier auf dieser Website zu lesen war), plant der Eigentümer der Freifäche in der [...]

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