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Wo ist der grüne Punkt – oder: Ein Experiment im Alaunpark.

von Boing am 15 April 2009 356-mal angesehen 13 Kommentare

Ist das Müllproblem im Alaunpark zu lösen? Wie können die Beteiligten sich einbringen? Versuch eines Schritts nach vorn.

Dass bei der Menge am Nutzern im Dunkeln mal was liegen bleibt, ist normal. Aber ganze Garnituren aus Einweggrills, Gartenstühlen und Mengen von Flaschen, Alufolie undund und ? Zur Lösung des Problems starten wir einen Versuch. Dabei sollen sich Skater, Popper, Hippies, Punks, Mucker, Zocker, Griller und Chiller über ihr MüllVerhalten und die Folgen für sich selbst und andere klar werden. Denn während die einen noch ne Mütze Schlaf nehmen, sitzen die anderen mit Decke, Kaffee, Kippe und Frühstücksbier schon wieder im Park.Also teilen wir Sonntag morgen um 10 Uhr den Park in zwei Zonen auf: Den Müll von der einen Seite stapeln wir an der “Grenze”, die andere Seite bleibt unverändert. Mal sehen, was passiert.

Park nach der Trennung

10:30 Uhr. Zwei Leute kommen und schenken uns spontan 20 Euro. Für Flyer, Mülltüten und so. Wir freuen uns.
11 Uhr. Die ersten Leute kommen. Nanu fragen sie sich, was passiert denn hier? …und setzen sich auf die saubere Seite.
11:30. Eine Hartgesottene setzt sich an einen Baum inmitten des Mülls. Der Rest bleibt lieber im Sauberen.13:00. Bilanz: Eine Seite voll, zwei Gruppen auf der anderen Seite.
17:00. Beide Hälften voll, es wird gegrillt und gechillt, was das Zeug hält.
20:00. Es wird dunkel. Morgen ist Arbeitstag, so lang wirds heut nicht gehen. Ob die Leute ihren Müll mitnehmen?
Dienstag morgen, 8:30. Eine Parkhälfte ist sauber geblieben. Die Reinigungsfirma packt die Müllberge an der “Grenze” zusammen und freut sich darüber, dass sie nun nur eine Hälfte säubern muss.

the litter border

Fazit. Vielleicht hat die Aktion bei einigen Leuten Bewusstsein geschafft. Vielleicht hat sie diejenigen, die abends zum Feiern kommen nicht erreicht. Ein Schritt auf der Seite der Nutzer ist nun getan. Die Problematik der Entsorgung ist damit jedoch nicht gelöst. Jedes Wochenende stapeln sich Berge um die Mülleimer, die von Katzen und anderem Getier über Nacht zerpflückt werden. Einige Mülleimern mehr wären der Motivation, seinen Müll wegzubringen jedenfalls nicht hinderlich. Laut Stadt stehen 42 Mülleimer im Park. Die Zählung ergibt genau 21. Seit 2009 reinigt die Stadt nicht mehr selbst sondern hat ein Gartenbauunternehmen mit der Pflege des Parks beauftragt. Die Mission: Alle 14 Tage Müllsuchen.
Meine Frage: Warum werden nicht mehr Müllbehälter aufgestellt? Wer handelt solch schwachsinnige Verträge für den (bezogen auf die Fläche) meistbesuchten Park Dresdens aus? Würde so etwas in der touristischen Altstadt zugelassen? Vielleicht mag ja jemand einen Brief an den Stadtrat schreiben. Oder die Stadt direkt?
Etwas positives zum Schluss: Das Umweltamt hat Anzeige erstattet mit der Folge, dass nun öfter gereinigt werden muss.
Fragen, Kommentare, Absprachen: alaunparkrocken ‘at’ web.de

Park am Dienstagmorgen

Park am Dienstagmorgen

13 Kommentare »

  • Medienfuzzi sagte:

    Ich habe letzte Woche gezählt und bin auf 29 Mülleimer im ganzen Alaunpark (inkl. Spielplätze, Haltestelle usw.) gekommen. Das sind trotzdem noch zu wenige. Der Stadtrat weiß bestimmt schon Bescheid, denn der SPD-OV Neustadt wollte über Frau Stadträtin Friedel einen Antrag einbringen, dass mehr Mülleimer aufgestellt werden und/oder öfter geleert wird. Wir sind also dabei, etwas zu ändern.

  • Jan-Thomas sagte:

    Hier gibt’s den Film zu Aktion!

  • AntonLauner sagte:

    Mann, Mann, Mann. Das Paradies-Experiment hechelt aber auch immer den Schlagzeilen der vergangenen Tage hinterher.

    Ist es schon wieder soweit, dass wir über die Anzahl der Mülleimer auf einem parkähnlichen Platz diskutieren.

  • blechBlog - Nichts ist unblogbar! sagte:

    Was will mir dieses Schild sagen? [update]…

    Als wir heute unseren hochverdienten Feierabend im Alaunpark bei einem Tütchen Softeis genossen haben, ist uns ein merkwürdiges Absperrband aufgefallen. Dieses teilt den Alaunpark in zwei Hälften. Außerdem findet man an mehreren Stellen versch…

  • Jan-Thomas sagte:

    Ein Glück das hier niemand zur Diskussion gezwungen wird.

  • Elbnymphe sagte:

    @Boing: Eure Aktion ist im besten Sinne interaktiv: Ihr habt etwas getan, und Ihr habt zur Diskussion angeregt. Und Humor hatte es auch.

    @AntonLauner: Bei “ist es schon wieder so weit” frage ich mich ernsthaft, an welche Zeiten Du anspielst. Schätzt Du die aktuelle Diskussion als bloßen Ausdruck einer Blockwartmentalität ein?

    Wenn es sich herausstellen sollte, daß sich das Müllproblem im Alaunpark durch mehr Mülleimer und häufigere Leerung derselben verbessern ließe, kann man es doch erwägen. Wobei – dies im Wortsinne ein Pet Hate von mir (und ich rede hier nicht von der Metal Band) – die Hunde leider immer noch nicht direkt in die Mülleimer koten. Es ist vor allem dieser Aspekt, der mich den Alaunpark meiden läßt. Was ist eigentlich aus diesen grünen doggy trash cans im Alaunpark geworden, sind die noch da & in Benutzung?

    @JT: und ein Glück, daß hier jeder seinen Senf beisteuern darf.

  • Stephan sagte:

    In einer Zeitung stand letztens, dass die Hundetoilettentütenspender vor Jahren mal aufgestellt wurden, aber nicht nachgefüllt werden. Obs beim Alaunpark so ist? Keine Ahnung.

    Mehr Müllbehälter helfen da nicht weiter. Mehr Bewustsein wäre viel sinnvoller. Wer Müll hintragen kann, kann auch welches wieder heimnehmen. So einfach. Und: Man kann auch ganz und gar ohne Müll seinen Spaß haben. Es kommt eben auf die Verpackung an.

    Meine Meinung: Keine neuen Mülleimer, aber mehr Umweltbewustsein für alle.

  • AntonLauner sagte:

    Ich will keine Blockwartmentalität unterstellen. Nur scheinen alle anderen Probleme so klein geworden zu sein, dass wieder über Müll diskutiert werden kann. Ich ertappe mich ja auch dabei, dass mir solche Themen wichtig sind. Vor Jahren in einer hübschen Wahlvorveranstaltung im Stadtteilhaus waren der Hundekot und die Parkplatznot in der Neustadt die bewegenden Themen. Und nun scheint es mir, dass wir genau dort wieder angelangt sind.
    Und das, obwohl uns wohl auch in der Neustadt wichtigere Themen plagen könnten. Ich erwähne da nur die vier Spuren zwischen Rißmann und Post.

  • Umgebungsgedanken » Blog Archiv » Was treibt den Zeitgeist? sagte:

    [...] habe ich auch über den Müll im Dresdner Alaunpark nachgedacht und warum der moderne junge Mensch von heute seinen Müll einfach nicht mehr mit [...]

  • Elbnymphe sagte:

    @AntonLauner:

    Meiner Meinung nach ist das Nachdenken über Müll und Hundekot im Park mitnichten Ausdruck dessen, daß andere Probleme kleiner geworden sind. Viel eher ist diese von Dir kritisch konstatierte Biedermeiermentalität Ausdruck einer gewissen Hilflosigkeit angesichts globaler Problemszenarien, die so überwältigend scheinen, daß man als Einzelner gar nicht weiß, wo man tätig werden soll – Stichwort Wirtschaftskrise oder Ozonloch.

    Natürlich ist der Ausbau zur Vierspurenpiste ein wichtiges Thema. Aber die Leute sitzen bei schönem Wetter eben lieber im Alaunpark als auf der Königsbrücker, ergo sind “der Müll, die Stadt und der Kot” (um Fassbinder zu paraphrasieren) einfach Themen, die greifbarer und damit beherrschbarer erscheinen.

  • olly sagte:

    Da ja nunmehr der Druck auf die Stadt sowohl von den Grünen (Hoffsommer) und der SPD (Friedel)da ist, sollte sich in den nächsten Wochen wohl eine Lösung finden lassen. Ansonsten hätte ich noch eine Performance: Den Müll sammeln und vorm Rathaus in die öffentlichen Mülleimer zwängen…

  • olly sagte:

    und noch: Am kommenden Wochenende werden die Neustadtgrünen im Alaunpark zum Sammeln des eigenen Abfalls durch die Bereitstellung von Mülltüten anregen. Damit wollen wir unsere Forderung nach einem besseren Parkmanagement seitens des Grünflächenamtes untermauern und gleichzeitig die Fähigkeit der Neustädter zum Mittun beweisen.

  • Patrick Schreiber räumt auf | Die Neustadt sagte:

    [...] ab 14 Uhr den Alaunpark vom Müll befreien. Ein ehrenwertes Anliegen, das so ganz neu sicher nicht ist (die GRÜNEN hatten das im Mai glaub ich auch schon einmal praktiziert) – aber das soll ja [...]

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