Einer geht noch
Nachdem hier und da und sicher auch noch an unzähligen anderen Stellen Fazit zur vergangenen BRN gezogen wurde, will ich auch kurz noch ein paar Sachen loswerden, die mir dieses Jahr gefehlt oder die mir etwas „aufgestossen“ haben.
Zum einen die Gudde Laune-Fraktion vom Laconic-Recordstore schräg gegenüber, die laut Polizeibericht natürlich nicht wissen konnten, daß 1 Uhr nachts die Party draußen vorbei ist. Klar, eine Sperrstunde gab es ja noch nie.
Zum anderen die Security des Lustgartens am Tunneleingang Böhmische Straße - strange Typen mit Hund (?) und „schöner“ Fraktur-Typo auf dem Rücken. Wer kauft solche Leute ein und warum?
Und naja, der Krishna-Umzug Samstag nachmittag hatte für mich auch einen etwas merkwürdigen Beigeschmack, dafür fand ich das Boltz-Mobil ja ganz witzig (das Ordnungsamt hat ihm später das Fahren und anschließend sogar das Schieben des Treckers untersagt).
Die Talstraße hat sich dieses Jahr auch etwas zurückgezogen, hatte ich das Gefühl, die obskuren Spielzeug-Bauten der letzten Jahre haben irgendwie gefehlt…
Alles in allem war mein Eindruck, daß die BRN von Jahr zu Jahr „statischer“ zu werden scheint, man erkennt die Stände an ihren Vorjahres-Adressen langsam wieder, neues ist mir nicht wirklich aufgefallen (man berichtige mich bitte!) neben unzähligen Cocktail-Bowle-Bratwurst-Bierständen, es wirkte langsam etwas „gesetzt“ - alle Jahre wieder…was ja per se nichts negatives sein muss, nur eben auch nichts spannend neues, witziges, wo man auch mal länger als 3 Minuten stehen bleibt.
(Hat der angekündigte Flash-Mob eigentlich stattgefunden?)









Also, mein Lieber, das “gesetzte” und “statische” erkenne jetzt mal eher in Deinen Worten :-) Klar, die Feierbrigade vor der Haustür ist bestimmt nicht gerade der größte Traum, aber ich fand die eigentlich noch relativ erträglich (musikalisch nicht, aber im Umgang mit Menschen und Viertel). Aber, gut, ich habs mir auch echt nur kurz angeschaut.. Alleine der Lustgarten war aber wirklich einen Besuch wert und ich fands total geil, endlich mal auf dieser letzten wahren Neustadtbrache was erleben zu dürfen. Ich habe dort keine Türsteher gesehen? Waren vielleicht selbsternannte? Jedenfalls habe ich auch manchmal das Gefühl, dass viele Leute anfangen, die Vergangenheit etwas zu glorifizieren, denn sooo viele “verrückte Aktionen” gab es auch vor 10 Jahren gar nicht, die waren nur leichter zu entdecken:-)
Keine Ahnung, ob ich es noch schaffe, ein Fazit zu ziehen, aber ich fand es jedenfalls sehr schön!
Kann ich nur zustimmen, die Security beim Lustgarten war mehr als merkwürdig. Wundert mich eigentlich, dass das BRN-Volk sowas völlig kommentarlos hinnimmt. Bald kommen sicher auch die ersten Videokameras auf einzelnen Ständen zum Einsatz.
Die Talstraße hatte schon einige nette kleine Kinderaktionen, aber insgesamt deutlich weniger Engagement als in den letzten Jahren.
Die Großgeräte (Karussel, Kindertraktorzug etc) wurden aber auch verboten, vielleicht lag´s daran.
was mir gefehlt hatte, waren die “nach 1 uhr parties” der letzten jahre. vielleicht hab ich sie auch einfach nicht gefunden. ach wie schön war das damals auf der bauzner hinterm olymp :)
ansonsten gibts von jahr zu jahr mehr friseure in der neustadt, die zur brn dann gern mal ne winamp playlist durchlaufen lassen und dann und wann ins mikro sprechen: “we we we - härkiller - de eh”
aber nix toppt den dj vorm habibi letztes jahr: “shisha habibi räsentiert - brn 2008″ lol, der war zu geil!
naja wie auch immer.
brn - es gibt nichts gutes, ausser man tut es :)
Also zu den nach 1 uhr parties kann ich nur sagen …ohren auf… wir haben im reggae garten auf der böhmischen über 2 stunden überzogen haben dann “auch” den anwohnern zuliebe den strom abgedreht. im sidedoor gings bestimmt länger und bei mir auf der kamenzer war bis fast um 5 “radau”.
ich fands nett konnte aber auch standbedingt weniger kreiselaufen wie in den letzten jahren, was ich aber nach jeweiligem durchqueren der “bummbumm”fraktion auf der rothenburger nicht weiter schlimm fand.
noch was zum entschärfen……die hier zitierte fraktur-typo ist wahrscheinlich so beliebt weil die jeder dödel ziemlich einfach reproduzieren kann buchstabenbalkenbreite=buchstabenabstand… da kann man nicht viel falsch machen und sieht halt schön martialisch aus.
grüße christoph
@ Ullrich: Härkiller ist ohnehin die Hairte …
Der Lustgarten….da muß ich jetzt mal Stellung beziehen.
Falls einer von euch jemals 5 Uhr früh da war wird er verstehen warum wir security haben.
Der wunderbare neue Platz, war aber auch wunderbar verwinkelt, welche Wirkung ein Tunnel auf eine große Masse von Leuten hat brauche ich Euch ja wohl nicht zu sagen.
Ich war sehr froh darüber das die Security da war, vieleicht könnte ich eher versuchen das Sie mehr im Hintergrund sind, aber das die Besucher es bei uns als friedlich und entspannt empfunden haben hat nicht zuletzt mit der Secutity zu tun…..denn es gab schon schwierige Situationen von denen die Besucher nichts mitbekommen haben…weil die Security gut gearbeitet hat! Ganz klar erkennbar an den unendlich vielen Glasflaschen. Womit ich zu meiner großen Frage komme - was ist mit dem Glasflaschenverbot??? Klar die BRN war dieses Jahr bestimmt ein Mekka für Flaschensammler, aber wenn direkt hinter der Sperre Flaschen aus dem Bierkasten verkauft werden wundert man sich schon….
Alles in allem werden wir, gesetzt dem Fall die Brachfläche hat sich nicht irgendjemand anderes unter den nagel gerissen versuchen das Entspannungskonzept - Kinder und Familie, etwas ausbauen. Und die Security mehr in den Hintergrund stellen…ohne würde ich es nicht machen, das Risiko ist einfach zu groß!
Grüße Liane
alles in allem war die brn 2008 die schlechteste, die ich erlebt habe. (ich bin seit der ersten dabei und weiß also, wovon ich rede.)
es scheint einen geheimen test zu geben: wieviele menschen passen in die neustadt und wer verdient das meiste geld?
die brn fügt sich langsam aber sicher in das loveparade-muster. immer größer, immer lauter, immer voller.
ursprünglich war die brn mal ein stadtteilfest für die menschen, die hier leben und deren kinder. was davon übrig geblieben ist, ist ein stinkender und unbeweglicher haufen aus geschäftemacherei und reizüberflutung. muß denn aus jedem hauseingang musik in der lautstärke einer großdiscothek schallen? muß so viel alkohol wirklich sein? wo kommen all die hooligans her? ich will hier nicht sinnlos rummeckern, aber die negative entwicklung kann sicherlich keiner, der dieses fest seit ein paar jahren kennt, abstreiten. wofür ich stimme, ist vor allem eine einschränkung der musikalischen aktivitäten. müssen zum beispiel die beiden bühnen auf der rothenburger sein? die jungs vom balkon sind in ordnung, aber was zwei meter neben denen passiert ist nicht wirklich brn-kompatibel. ich habe nichts gegen harte elektronische musik, aber nicht vor horden von betrunkenen jugendlichen aus dresdner randbezirken. ich muß kein psychologe sein, um zu merken, dass diese art von musik zwangsläufig aggressionen auslöst. sie gehört in den club oder auf open-airs. die menschen sind während der brn sowieso schon reizüberflutet. gedränge löst immer aggressionen aus, aber man muß das feuer nicht noch künstlich mit nervöser musik schüren! und vielleicht gelingt es mit einer beschränkung auch, die “harten” jungs von der neustadt fernzuhalten. ich habe nämlich die schnautze gestrichen voll, von dumpfen hooligans, die im gedränge nichts besseres zu tun haben, als bewußt zu schubsen und so eine schlägerei zu provozieren. ist mir und anderen dieses jahr passiert. das kann es nicht sein! wer das braucht, soll zum oktoberfest fahren. mir tut das vor allem für alle kinder und hunde leid, die völlig verstört und verängstigt durch die neustadt getragen werden müssen. ruhige plätze gibt es ja kaum noch.
es würde mich ungemein freuen, wenn mal wieder ein richtiges konzept für die brn entworfen wird. mit fokus auf kinder-begeisterung, multikulturelle veranstaltungen, kommunikativer charakter, weniger kommerz und weniger saufbuden. wäre das eine idee?
ich finde ja, dass man nur in der Tat Veränderungen schaffen kann. Meckern ist ja gut und schön, aber es bringt eigentlich nichts - ausser vielleicht Agression. Natürlich teile ich Deine Meinung, wie sicher die meisten Leser hier, aber vom Schimpfen allein ist noch nie was besser geworden. Es fehlt einfach an einer einheitlichen Organisation. Leider findet sich niemand, der die Verantwortung übernimmt und dem Stadtteilfest wieder ein hübsches Gesicht verpasst… Wie dem auch sei - jeder kann vielleicht seinen eigenen kleinen Teil zur nächsten BRN beitragen und einfach mal selber etwas Kulturelles auf die Beine stellen …wenn das jeder zweite Neustadtbewohner täte, würden die Bierwagen gar nicht mehr ins Gewicht fallen … ;-) stattdessen wollen ja selbst die vielen (jungen) Bewohner dieses schönen Stadtteils selbst nur “bespielt” werden… Schimpfen lässt es sich aus dieser Perspektive natürlich viel besser. Ich habe in den vergangenen Jahren das eine oder andere zur BRN beigetragen und war richtig stolz darauf, mitgemacht zu haben, statt sich zu berieseln zu lassen. Das hat mein perönliches BRN-Empfinden arg ins Positive geschoben und ich persönlich fand die letzten Jahre echt schön und entspannt. …meine Theorie ist ja sowieso, dass es in Wahrheit zwei BRNs sind, die da parallel ablaufen…
wie oben gesagt: ich will nicht sinnlos meckern! ich wollte eigentlich nur einmal meine eindrücke schildern und meinem sehnen nach veränderung ausdruck verleihen.
vielleicht hast du recht mit deinem aufruf zur selbstinitiative, denn schließlich hat die bunte republik ja mal so begonnen. danke auf jeden fall für die anregung! vielleicht bekommt ja mit der zeit die parallel-brn so ein übergewicht zum einerlei aus berieselung, suff und aggression…
Ich sehe nach dem Tiefpunkt BRN 2000 in den vergangenen Jahren eher eine positive Entwicklung hin zu mehr Eigeninitiative.
In diesem Jahr zum Beispiel ist mir aufgefallen, dass die Anzahl der Bands, die selbstgemachte Musik spielen stark zugenommen hat.
Eine Regulierung der BRN kann nur schiefgehen.
genau das meine ich. lieber kreativer spielraum für neue bands als stumpfe konservenbeschallung aus den aktuellen charts. aber bitte auf einzelnen bühnen, die in angemessenem abstand voneinander stehen. musik aus mindestens drei unterschiedlichen richtungen, unterschiedlichen stilrichtungen und mit unterschiedlichem lautstärke stehen einem aufmerksamen zuhören definitiv entgegen. mir gefiel das konzept aus den anfangsjahren der brn, als es mehrere offizielle bühnen gab, auf denen wechselnde bands oder deejays spielten. so entstand eine interessante mischung und wirkliche abwechslung und wer ruhe für sich oder seine kinder wollte, blieb diesen bühnen einfach fern. im restlichen festgebiet lief dann maximal jazz und sogenannte “weltmusik” in angenehmer lautstärke und so gab es genügend raum für entspannung und angenehme atmosphäre um zum beispiel ein glas wein zu trinken, etwas essbares zu sich zu nehmen oder sich einfach mal zu unterhalten. das fehlt mir und anderen halt ein wenig.
Daher finde ich ja auch den Ansatz sehr gut, dass jeder der eine Anlage auf der Strasse aufbauen will, auch erheblich höhere Standgebühren zahlen soll, unabhängig davon ob Band oder DJ. Das musikalische Chaos könnte so etwas eingeschränkt werden. Ich finde schon, dass lauter Rock und auch ne ordentliche Technoparty zur BRN gehört, aber es muss ja wirklich nicht JEDER seinde dicke Anlage aufbauen. Es käme eventuell zu mehr Absprachen der Betreiber (”komm wir teilen uns eine Anlage, die Kosten für die DJs und Bands” - dafür beschallen wir einen größeren Strassenteil einheitlicher und geben dem somit auch ein eigenes Flair).
So würde sich der kommerzielle Gedanke hinter dem musikalischen Angebot (wo Musik ist bleibt man stehen) auch wieder rechnen, nur dass eben nicht jeder seins macht sondern vielleicht 5-20 stände von einer bühne profitieren… aber soviel basisdemokratie kann man definitiv nicht erwarten also wird es so bleiben wie bisher :-)
ps: nicht betroffen von dieser regelung sollte sein: akkustische musik! ich bin fürwahr kein freund der hippieseligen dudelmucke, aber zur verbesserung des flairs würde es auf jeden fall beitragen, wenn hier der gitarrist, da die kinderflötengruppe und hinten der cellist sein werk speilen könnte und man ihn dabei sogar hört :-))
@troll: der der bands spielen läßt muß mehr zahlen, als der nachbar der grinsend den bierwagen vor dir tür stellt und abkassiert?
@erich: ich sag ja, dass es nicht funktioniert :-)) genau, weil das die folge wäre. wobei natürlich jeder, der musik aufführen lässt auch bier (oder döner, oder was weiß ich verkauft (in mehr als 90% der fälle würde ich mal sagen) und es natürlich auch hier eine unterscheidung geben sollte… also, gewerbliche getränke und speisenverkauf teurer als privater flohmarktstand oder dosenwerfen. aber, du hast recht ,es würde immer lachende dritte geben - mit ein wenig nachdenken kommt man trotzdem auf eine bessere lösung als die aktuelle :-)
Vielleicht sollte man eine BRN-Biersteuer erheben und Wein an Jazzfreunde gratis ausschenken … *g*
Dann möchte ich aber Minister für Ausnahmen von der Biersteuer werden.
wie wäre es denn, wenn es zur vergabe der stellplätze eine art “generalversammlung” gibt, an der alle gewerbetreibenden und bühnenveranstalter teilnehmen? im rahmen dieser veranstaltung, natürlich von neustädter kulturschaffenden geleitet, könnte dann ein gegenseitiger austausch stattfinden und ein verträgliches konzept z.bsp. für die musik entworfen werden. wahrscheinlich denke ich schon wieder zu idealistisch…
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